Studien
06. Oktober 2021

Wellness, Komfort und Nähe treiben Sportelnde zurück ins Fitnessstudio

Fitness-Erholungsindex in Deutschland liegt noch leicht hinter den Werten vom Sommer 2020 zurück, aber Prognose bis Ende des Jahres ist positiv. Gympass schreibt Rekordzahlen bei Studiobesuchen weltweit.

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Mit dem Weg zurück ins Büro, Menschenmassen in der U-Bahn und voll besetzten Schreibtischen in den Firmen, kommt wieder etwas Normalität in den Alltag und so füllen sich auch die Fitnessstudios wieder. Die Besucherzahlen liegen in Deutschland noch unter den Vor-Corona-Daten und erstaunlicherweise auch unter den Zahlen der Wiedereröffnung im Sommer 2020. Der längere “Lockdown Light” und teils schärfere Einschränkungen verlangsamen in Deutschland den Fortschritt. Andere Länder sind da bereits weiter und weltweit schaut die Lage deutlich besser aus, zeigt der Gympass Recovery Index, welcher die Besucherzahlen seit den Wiedereröffnungen, mit den Zahlen vor der Pandemie vergleicht. Was hält Sportler:innen in Deutschland noch von einem langersehnten Besuch in ihrem Fitnessstudio ab und welche Prognosen ermöglichen die Daten?

Regeneration nach dem Sommerloch erwartet

Seit Juni 2021 ist der Besuch eines Fitnesscenters in Deutschland wieder erlaubt. Seitdem steigen die Besucherzahlen kontinuierlich. Laut dem Gympass Recovery Index hat die deutsche Fitnessbranche im August 2021 etwa die Hälfte ihrer Erholungsphase erreicht. Der Zeitpunkt der Wiedereröffnung war jedoch dahin gehend suboptimal, dass er genau vor der
Sommerpause lag. Der Trend ist dennoch positiv, auch wenn die Zahlen noch etwas unter
den Werten aus dem Vorjahr liegen. So erreichte der Erholungsindex im Oktober 2020 den
Höhepunkt und lag bei 72 %. Es wird erwartet, dass die Fitnesscenter bis Ende 2021 auch
wieder zu Hochtouren auflaufen. Saisonal gesehen ist der Sommer in Studios sowieso immer
ruhig. Im Herbst und Winter steigen die Besucherzahlen dann rapide.

Restriktionen verlangsamen den Erholungsprozess

Die weltweit größte Corporate-Wellbeing-Plattform, Gympass, arbeitet in ganz Deutschland
mit rund 2.400 physischen Premium-Fitnesseinrichtungen zusammen, um Mitarbeitenden
Zugang zu Sport- und Wellness-Aktivitäten zu bieten. Bisher berichten Fitnessstudios noch
von einer “gezogenen Handbremse” durch die geltenden Restriktionen, die den
Erholungsprozess in Deutschland verlangsamen. Seit Ende August gilt bundesweit die 3G-
Regel für Sportstudios. Einige Bundesländer verschärfen diese freiwillig auf 2G. Allerdings
wird diese Regel nicht gerne von Studios angenommen. Vielmehr ist der Wunsch nach
Freiwilligkeit, Eigenverantwortung und Inklusivität aus dem Markt zu hören.

Gympass blickt positiv auf den Markt

Mut und Hoffnung machen die Recovery-Index-Daten allemal. So zeigen sie, dass mehr als 85
% der Gympass-Partner, die im Februar 2020 – also vor der Pandemie – besucht wurden, auch
im September 2021 einen Besuch erhielten. Gympass Nutzer:innen statten ihren Studios in
diesem Jahr sogar mehr Besuche pro Monat ab als vor der Pandemie. Unmittelbar nach den
Schließungszeiträumen war es pro Nutzer:in im Schnitt sogar 1 Studiobesuch mehr pro Monat
als vor der Pandemie. “Wir sehen einen stetigen Anstieg bei den Besucherzahlen. Global
schreiben wir sogar Rekordzahlen bei den Besuchen. So haben wir kürzlich erst den 100
Millionsten Studiobesuch gefeiert. Deutschland holt hier noch auf. Wir wissen von anderen
Märkten, dass sie bereits deutlich das Pre-COVID-Level übertroffen haben und weiter stark
wachsen”, so Samuel Turnwald, Geschäftsleitung Partnerschaften bei Gympass Deutschland.

Wellness als Pluspunkt im Vergleich zum Home-Work-out

Laut dem Gympass Recovery Index gibt es in der deutschen Fitnessbranche demnach
ebenfalls positive Anzeichen für eine Erholung. Vor allem dominierende Studioketten mit
größeren Einrichtungen erholen sich schneller, da sie in der Lage sind, auch mit den aktuellen
Maßnahmen ein hohes Besucheraufkommen aufrechtzuerhalten. Wellnessangebote wie
Saunen oder Pools tragen zusätzlich positiv zur Rückkehr bei, da sie einen wesentlichen
Mehrwert im Vergleich zum Home Work-out bedeuten. „Es freut uns sehr, dass sich die
Branche insgesamt erholt. Der deutsche Markt balanciert noch zwischen Sicherheit und
Freiheit, aber spätestens mit der Aufhebung weiterer Einschränkungen werden wir auch hier
ein sehr starkes Comeback sehen. McKinsey sagt bereits den 1,5 Trillionen Gesundheitsmarkt
voraus.“, so Samuel Turnwald von Gympass Deutschland.

In Zukunft sind Komfort und Nähe entscheidend

Dass die Menschen bequemer geworden sind und ein Großteil der Lebensgestaltung im
haushaltsnahen Bereich abläuft, geht eindeutig aus den Daten hervor. So befinden sich
wohnortnahe Fitnesscenter wesentlich schneller wieder auf dem Vor-Corona-Besucher-
Niveau als Partner in zentralem oder gewerblichem Umfeld. Der Zusammenhang mit dem
stark gestiegenen Homeoffice-Anteil liegt auf der Hand. Die dadurch mangelnde Bewegung ist
eine weitere Chance für die Branche. Der Bewegungshunger möchte gestillt werden und jetzt,
wo die kühlen Jahreszeiten vor der Tür stehen und Sport im Freien ungemütlicher wird,
können Studios ihre Nutzer:innen zurückgewinnen.

Quelle: Gympass