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News · 25. November 2020

Brandbrief an die Politik

Fitnessverbände wenden sich an die politischen Vertreter

Fitnessstudios unverschuldet in Not – über 11 Millionen Menschen leiden – die Politik muss umdenken: So lautet die Überschrift eines Schreibens der Fitnessverbände, das an die Zuständigen in den politischen Gremien versendet wurde.

Was steht genau drin?

Hier findet ihr das Schreiben im O-Ton, das sich für die Interessen der Branche und deren Kunden stark macht:

Sehr geehrte Abgeordnete,

sehr geehrter Abgeordneter

des deutschen Bundestages

Eine wichtige Säule des Gesundheitswesens ist durch den wiederholten Lockdown unverschuldet in eine bedrohliche Notlage geraten. Und dies trifft nicht nur die Inhaber und

Betreiber gesundheitsorientierter Fitnessstudios wirtschaftlich, sondern auch die über 11 Millionen Menschen, die dort regelmäßig etwas für ihre körperliche Gesundheit und ihr seelisches Gleichgewicht tun. Der Grund: Fitnessstudios werden von der Politik pauschal in die Rubrik „Freizeitwirtschaft“ eingeordnet und sind als „verzichtbar“ eingestuft. Die Folge ist, dass 9.669 Betriebe mit 217.400 Mitarbeitern über lange Zeit schließen mussten und sich der Gesundheitszustand von 11,66 Millionen trainierenden Menschen, die auf sekundär und tertiäre Präventionsmaßnahmen angewiesen sind, zu verschlechtern droht. Ihnen fehlt die Stärkung Ihres Immunsystems durch Training, Rückenbeschwerden können wieder aufbrechen, Herz- Kreislauferkrankungen wieder akut werden und Diabetiker müssen unter Umständen wieder Tabletten nehmen. Hundertausende Reha-Patienten, die dringend ihr Muskeltraining benötigen, stehen seit Wochen vor verschlossenen Türen. Während im Frühjahr und Sommer das Training durch einige Studios teilweise im Freien organisiert werden konnte, ist das in den Herbst- und Wintermonaten nicht möglich.

  • Hunderttausende Mitglieder kündigten daraufhin ihre Mitgliedschaft
  • Über 20% Umsatzausfall wurden bislang verbucht. Damit rutschten alle Betriebe in die roten Zahlen, die nicht mehr aufzufangen sind.
  • Das Neukundengeschäft ist gänzlich zum Erliegen gekommen.
  • Zahlreiche Mitarbeiter sind bereits jetzt freigestellt.
  • Der Grund ist, dass die Kompensationsversprechen zurückgefahren bzw. auf die Zukunft verschoben wurden.
  • So wird das Vertrauen in diesen so wichtige Teil Gesundheitsbranche auf Dauer leichtfertig verspielt.

Dabei sind die Fitnessstudios im Gegensatz zu vielen anderen Branchen, die ebenfalls schließen mussten, nicht Teil des (Infektions-) Problems, sondern Teil der (Immunisierungs-) Lösung, denn:

  • das Training in Studios trägt für die Kunden wesentlich zur Erhaltung und/oder Wiederherstellung ihrer körperlichen aber auch der psychischen und sozialen Gesundheit bei,

    die Hygienestandards in Fitnessstudios sind vorbildlich, da die Abstandsregeln an Trainingsgeräten und in den Bewegungsbereichen eindeutig und leicht nachvollziehbar sind und Reinigungskonzepte für Kunden und Mitarbeitende eingehalten werden,

  • die Kontrolle des Kundenstroms und die Nachverfolgbarkeit ist durch elektronische Check-In-Systeme einwandfrei zu gewährleisten,
  • Studien belegen zudem, dass die Ansteckungsgefahr in Fitnessstudios so gering wie in kaum einem anderen Bereich des öffentlichen Lebens ist.

Der britische Chief Medical Officer, also der höchste Regierungsberater in Gesundheitsfragen sagte vor einigen Tagen in einem Interview mit dem Magazin „UK Active“: „Wenn wir unser Gesundheitswesen schützen wollen, das Berichten zufolge an einem Wendepunkt angelangt ist, und wirksam gegen COVID-19 vorgehen und eine künftige Gesundheitskatastrophe vermeiden wollen, müssen wir den Fitness- und Freizeitsektor als einen wesentlichen Dienst bei der Prävention und Behandlung von

Krankheiten, sowie bei der Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung anerkennen und diese wertvollen Einrichtungen offenhalten.“ Aufgrund der genannten Fakten fordern die Unterzeichner die politischen Entscheidungsträger auf,

  1. die Studios umgehend wieder öffnen zu lassen, für die bisher unverschuldet entstandenen finanziellen Einbußen eine angemessene Entschädigung zur Zukunftssicherung der Studios bereit zu stellen,
  2. nachweislich gesundheitsorientiert arbeitende Fitnessstudios (eine Zertifizierung basierend auf der DIN 33961 für die Fitnessstudios und auf der DIN EN ISO 9001:2015 gibt es bereits) als Teil der Gesundheitsbranche zu betrachten und für diese die für gesundheitliche Dienstleistungen angesetzte Umsatzsteuer anzusetzen
Schranz Control

Die Unterzeichner

  • Arbeitsgemeinschaft Fitnessverbände
  • BVGSD e. V.
  • DAFV e. V.
  • VDF
  • iG Rehasport
  • Deutsche Arbeitgeber- und Mitgliedergesellschaft Sport- und Gesundheitsbetriebe
  • Prof. Dr. Stephan Geisler (Vizepräsident der IST Hochschule Düsseldorf),
  • Prof. Dr. Theodor Stemper (Sport- und Gesundheitswissenschaftler),
  • Paul Underberg (Unternehmer des Jahrzehnts),
  • Frank Böhme (Unternehmer und Senator im BVMW und im Senat der Wirtschaft),
  • Volker Ebener (Unternehmer, Gründer der FIBO, Vors. des DFAV e.V.),
  • Botond Mezey (Unternehmer und Vors. des BVGSD e.V.),
  • Bernd Schranz (Reha Vitalis Plus, IG Rehasport),
  • Claus Umbach (dflv e.V., Deutsche Berufsakademie für Sport und Gesundheit),
  • Steven Hermeling (Deutsche Arbeitgeber- und Mitgliedergesellschaft)
  • Kai Schimmelfeder (VDF e.V.)
  • Wolfgang Bahne (Sprecher der AG)

Quelle: Schranz Control