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News · 15. Oktober 2020

Sportherapie für Krebspatienten

Forscher entdecken Sportherapie, die auch schwer Erkrankten helfen könnte

Mit dem steigenden Altersdurchschnitt der Mitglieder in den Studios ändern sich auch die Trainingsziele der Menschen, die dort aktiv etwas für ihre Gesundheit tun. Das bedeutet für die Trainer und Coaches in den Sporteinrichtungen, dass sie sich mit neuen Fragestellungen auseinandersetzen müssen und Einblick in neue Themenfelder benötigen.

Das gilt insbesondere für die Zusammenarbeit mit Ärzten und Gesundheitszentren, wenn z.B. Kunden 50 Plus bereits immanente gesundheitliche Probleme aufweisen wie Herz-Kreislauferkrankungen oder eine erfolgreich überstandene Krebserkrankung.

Sportherapie für Krebspatienten

Forscher des Hector-Centers für Ernährung, Bewegung und Sport der Medizinischen Klinik 1 in Erlangen und des Lehrstuhls für Innere Medizin 1 der Universität Erlangen-Nürnberg haben hierzu eine Entdeckung gemacht, die aufhorchen lässt: eine Sporttherapie, die auch schwer erkrankten Krebspatienten helfen könnte. In der Fachzeitschrift „The Journal of Physiology“ wurden die Forschungsergebnisse veröffentlicht.

Für die Studie analysierte das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Yurdagül Zopf Blutproben von Patienten mit fortgeschrittener Prostata- oder Darmkrebs­erkrankung, die an einem 12-wöchigen Ganzkörper-Elektromyostimulationstraining  teilgenommen hatten. Pro EMS-Sitzung wurden 20 Minuten absolviert, das Training fand zweimal die Woche statt.

Hier findest du die Originalveröffentlichung: Physical activity and advanced cancer: evidence of exercise‐sensitive genes regulating prostate cancer cell proliferation and apoptosis (EN)

Eine Pressemitteilung zum Thema auf Deutsch steht hier zur Verfügung: https://www.medizin1.uk-erlangen.de/aktuelles/nachrichten/detail/sportinduzierte-myokine-bekaempfen-krebszellen/

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Einstieg ins Themenfeld

Bewegungsmaßnahmen können einen positiven Einfluss nehmen auf die erheblichen Begleiterscheinungen, die mit bestimmten Krankheitsbildern einhergehen wie beispielsweise eine Verbesserung des Fatique-Syndroms nach einer Krebserkrankung. Gleichzeitig gilt ausreichende körperliche Bewegung als erfolgreicher Faktor für die Prävention vieler Krankheitsbilder.

Als Grundlagen-Empfehlung für eine individuelle Prävention durch aktive Bewegung gelten laut WHO mindestens 150 Minuten moderate Bewegung oder 75 Minuten anstrengenden Sport. Das körperliche Training solle nach Möglichkeit allmählich auf 60 Minuten gemäßigte oder 30 Minuten anstrengende Aktivität pro Tag steigern.

Wenn du die allgemein in das Thema Sport und Krebs(prävention) einlesen möchtest, findest du z.B. hier interessante Infos:

Infoblatt „Bewegung und Sport bei Krebs“ (Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg/DKFZ)

Bewegung und Sport bei Krebs“ (Deutsche Krebshilfe)

Website des Krebsinformationsdienstes

Autor: Sabine Mack