Work-Health-Balance in Zeiten von Corona

Durch eine aktuelle Befragung hat der Verband für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BBGM) ermittelt, welche Veränderungen und Auswirkungen die Corona-Krise für BGM-Dienstleister, ihre Angebote sowie ihr Leistungsspektrum mit sich brachten.

Seit Beginn der Corona-Pandemie wird das Stichwort Gesundheit in Deutschland großgeschrieben. Gesundheitsmanagement wurde zum politischen und gesellschaftlichen Schwerpunktthema. Der Bundesregierung gelang es die Infektionsrate durch Präventionsmaßnahmen zu senken, doch Lockdown, „Social Distancing“ und Maskenpflicht führten dazu, dass sich die Gesundheitskrise ebenso zu einer Wirtschaftskrise entwickelte. Wie bei allen Branchen gingen die Folgen auch an Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsdienstleistern nicht spurlos vorbei. Deshalb hat der Verband für Betriebliches Gesundheitsmanagement die „What‘s next BGM-Dienstleistung?“-Befragung in Auftrag gegeben, an der 94 BGM-/BGF-Dienstleister im Zeitraum vom 4. bis 17. Juni 2020 teilnahmen. Organisiert und ausgewertet wurde die Befragung von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement.

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Einbrüche und Abbrüche im BGM

Das Leistungsspektrum der teilnehmenden Dienstleister, von denen fast die Hälfte seit über zehn Jahren als feste Branchengrößen etabliert sind, umfasste unter anderem BGM-Beratung, Programme zur Gesundheitsförderung und Prävention, BGM-Analysen, Führungsprogramme und Firmenfitness. Erwartungsgemäß zeigte sich, dass das Coronavirus bzw. die Auswirkungen der Pandemie die BGM-Branche stark getroffen haben. Bei der Inanspruchnahme bzw. Umsetzung von BGM-Leistungen berichteten 56 Prozent der Befragten, dass sie während der Pandemie Einbrüche verzeichnen mussten, woraufhin 66 Prozent ihre Dienstleistungserbringung auf die veränderte Situation anpassten. Für 45% erwiesen sich die Folgen als so weitreichend, dass sie ihre Dienstleistungen vollständig einstellen mussten.

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Neue Leistungen – digitale Lösungen

Der beste Weg, um eine mangelnde Nachfrage und wirtschaftliche Einbrüche durch die Pandemie aufzufangen, war es schnell, innovativ und anpassungsfähig zu reagieren. Aus diesem Grund kümmerten sich 77 Prozent der Dienstleister darum, frühzeitig neue Konzepte zu entwickeln. Wie in anderen Branchen geschah dies angesichts der „Social Distancing“-Maßnahmen zu großen Teilen durch eine Verlagerung neuer oder bereits vorhandener Leistungen ins Digitale. Beratungsgespräche und Coachings wurden von 70 Prozent der Befragten in Form von Zoom-Meetings abgehalten und umfassten sowohl Einzelgespräche als auch Teammeetings. Vorhandene Programme im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung haben 65 Prozent um digitale Konzepte ergänzt. Diese fanden stattdessen als Online Fitness-Kurse statt.

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Weitere Lösungsansätze umfassten:

• Webinare

• Podcasts

• Kooperationen mit anderen Dienstleistern

• Digitale Azubi- und Führungsprogramme

• Neukonzeptionierung von Bildungsangeboten

Wie geht´s weiter?

Die Aussichten und Prognosen der BGM-Dienstleister für das zweite Halbjahr fallen unterschiedlich aus. Nur 18 Prozent erwarten, dass Betriebliches Gesundheitsmanagement Ende des Jahres im „New Normal“ wieder einen Normalbetrieb aufnehmen wird. Über die Hälfte der Teilnehmer gaben an, dass sich die Branche ihrer Meinung nach erst im Folgejahr erholen wird. Als ebenso pessimistisch erwiesen sich die wirtschaftlichen Erwartungen für die BGM-Branche: Nur 28 Prozent gehen davon aus, dass das zweite Halbjahr akzeptable Umsätze erbringen wird, während die Mehrheit dies bezweifelt. Die unterschiedlichen Erwartungshaltungen spiegeln die große Heterogenität der Teilnehmergruppe wider, von denen ca. ein Drittel mit mehr als 50 Mitarbeitern und auf bundesweiter Ebene agierend große Player der Branche darstellen.

Die vollständigen Ergebnisse der Befragung gibt es hier.

Quelle: Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement

 

Autor: Dominic Fernandez