Die Wirtschaft in Deutschland wird dieses Jahr im wahrscheinlichsten Fall um 6,6 Prozent schrumpfen, bevor sie sich im nächsten Jahr erholen könnte…

Nach der Auswertung einer ifo-Umfrage, die im Mai dieses Jahres unter Unternehmen stattfand, zeigte sich, dass diese im Schnitt eine Normalisierung ihrer geschäftlichen Situation innerhalb von neun Monaten für das realistischste Szenario halten. Daraus könnte man die Prognose ableiten, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr zunächst um 6,6 Prozent schrumpfen wird, bevor sie sich bis zur Mitte des Folgejahres wieder erholt und um 10,2 Prozent wächst. Allerdings hängt die Realität stark davon ab, wie lange die Normalisierungsphase der Unternehmen tatsächlich andauert.

Best or Worst Case?

Noch besteht durchaus Anlass zur Hoffnung: Denn sollte eine Normalisierung im Durchschnitt innerhalb von fünf Monaten eintreten, würde die Wirtschaftsleistung 2020 nur um 3,9 Prozent schrumpfen. Entsprechend läge das Wachstum im folgenden Jahr bei 7,4 Prozent. Träte hingegen das Worst-Case-Szenario ein und die Normalisierung würde sechszehn Monate auf sich warten lassen, dann würde die Wirtschaftsleistung noch in diesem Jahr um 9,3 Prozent schrumpfen und 2021 um 9,5 Prozent anwachsen. In diesem Fall zöge sich die Erholungsphase sogar bis ins Jahr 2022 hin. Natürlich gehen diese Schätzungen allesamt von der Prämisse aus, dass die Präventionsmaßnahmen ab Ende April kontinuierlich gelockert werden. Während der Zeit des Lockdowns sei die Wirtschaftsleistung laut ifo, um schätzungsweise siebzehn Prozent geschrumpft.

Schätzung mit vielen Variablen

Die aktuellen Zahlen der Konjunkturprognosen setzen voraus, dass der Virus in den kommenden Monaten zwar eingedämmt, nicht aber geheilt wird und eine zweite Infektionswelle ausbleibt. Ebenfalls aus der Rechnung herausgenommen wurde das Szenario eines vollständigen Finanzkollaps, der mit einer Masseninsolvenz von in- und ausländischen Unternehmen, insbesondere in den deutschen Absatz- und Beschaffungsmärkten einhergeht, und weitere nicht absehbare Folgen auf das Finanzsystem nach sich zieht.

 

Autor: Dominic Fernandez

 

Quelle: ifo Institut, Pressemitteilung: Schrumpfen der Wirtschaft um 6,6 Prozent am wahrscheinlichsten: https://su.rpv.media/141

 

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