Da in öffentlichen Verkehrsmitteln Infektionsgefahr herrscht, ist das Auto für viele als Fortbewegungsmittel noch wichtiger geworden…

Bereits vor der Coronakrise war der eigene Wagen für Europäer die erste Wahl: Rund 13.000 km legen sie jedes Jahr im Durchschnitt zurück. Langes Sitzen und wenig ergonomische Autositze belasten allerdings den Rücken und können zu Verspannungen und Fehlhaltungen führen. Wer sein Auto rückengerecht ausstatten will, kann deshalb beim Kauf auf das Gütesiegel „Geprüft & empfohlen“ der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. achten.

„Die Faustregel lautet: Der Sitz passt sich dem Autofahrer an, nicht umgekehrt.“, erklärt AGR-Geschäftsführer Detlef Detjen. Denn jeder Fahrer hat individuelle Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen, damit der Rücken nicht belastet wird. Besonders wichtig ist dies für Menschen, die häufig und lang Auto fahren und kaum Gelegenheit haben, sich in der Freizeit zu bewegen. Dazu zählen neben Pendlern vor allem auch Dienstleister oder Außendienstmitarbeiter, für die das Auto der Arbeitsplatz ist. Langfristig können sonst Schmerzen im Nacken, den Schultern und dem unteren Rücken entstehen. Auch die Psyche wird belastet: Rückenschmerzen können die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen und Kopfschmerzen und Müdigkeit hervorrufen. Das kann im Straßenverkehr schnell gefährlich werden.

Wann ist ein Autositz ergonomisch?

Das Stichwort lautet individuelle Anpassung. Eine gute Lösung ist ein Sitzsystem mit fester Grundstruktur und verstellbarer Rückenlehne, Sitzfläche und Kopfstütze. So kann der Sitzdruck optimal verteilt werden und der Fahrer sitzt sicher und bequem.

Um den Sitz auf die persönlichen Bedürfnisse einzustellen, ist es wichtig, dass Sitztiefe und -neigung variiert werden können. Die richtige Sitzhöhe sorgt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und positioniert das Becken so, dass die Wirbelsäule optimal unterstützt wird. Zusätzliche Seitenwangen an Sitzkissen und Rückenlehne verhindern, dass der Fahrer auf dem Sitz hin und her rutscht. Das ermöglicht aufrechtes, entspanntes Sitzen und beugt Fehlhaltungen vor.

Die Rückenlehne muss stabil und wirbelsäulengerecht sein, um ausreichenden Halt geben zu können. Dazu muss von der Seite betrachtet eine leichte S-Form erkennbar sein. Die Höhe der Lehne sollte dabei der Höhe der Schultern entsprechen. Eine ergonomisch geformte Polsterung rundet den Sitz ab.

Eine gut eingestellte Kopfstütze sorgt während des Fahrens für Sicherheit. Die Oberkante der Stütze sollte der Oberkante des Kopfes entsprechen.

Komfortabel sitzen und fahren

Insbesondere bei langen Autofahrten ist ein Sitzkomfort wichtig. Zunächst sollten Bedienelemente wie Lenkrad und Schalthebel bequem erreichbar sein. Der Autositz sollte über einen guten Unterbau und straffen Schaumstoff verfügen, um den Rücken zu unterstützen. Ebenfalls sinnvoll: Ein Sitzbezug, der Luftzirkulation zulässt und über ein Klimasystem sowie eine Sitzheizung verfügt. Das sorgt für eine angenehme Temperatur während der Fahrt.

Nachrüsten erforderlich

Detjen sieht die Autohersteller in der Pflicht: Viele Fahrzeugsitze erfüllen grundlegende ergonomische Anforderungen bisher nicht, Automodelle müssen nachgerüstet werden. Tipp: Wer ergonomisch fahren will, aber kein neues Auto kaufen möchte, kann in einen Nachrüstsitz investieren. Sie lassen sich flexibel in viele Modelle einbauen und erfüllen alle notwendigen Anforderungen. Wird das Fahrzeug gewechselt, kann der Autositz mitgenommen werden. Detjen: „Mit unserem Gütesiegel können Verbraucher erkennen, mit welchen Autositzen und Herstellern sie rückenfreundlich fahren. Das wird von einem unabhängigen Gremium aus Ärzten und Therapeuten nach strengen Kriterien geprüft.“ Eine Übersicht gibt es hier.

Quelle: Aktion Gesunder Rücken

 

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