Fünf wichtige Dinge, die Unternehmen im Blick haben sollten…

Nach dem Shutdown kommt die vorsichtige Öffnung. Millionen von Arbeitnehmern werden in den kommenden Wochen Schritt für Schritt wieder an ihre Arbeitsstelle zurückkehren. Doch die Umstände haben sich geändert. Das Corona-Virus ist immer noch da, die Unsicherheit bleibt.

Unternehmen können viel dazu beitragen, die befürchtete zweite Infektionswelle zu verhindern, indem sie konsequent Maßnahmen für Arbeits- und Infektionsschutz umsetzen.

Die Initiative infektionsschutzhelfer.de bietet hierzu Praxistools und Tipps. Wir haben hier einige davon aufgelistet.

5 Punkte für die direkte Umsetzung

Gefährdungsbeurteilung 

Viele – gerade kleinere – Unternehmen hören den Begriff Gefährdungsbeurteilung im Zusammenhang mit der Corona-Krise das erste Mal. Die Gefährdungsbeurteilung ist nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ASiG) das zentrale Element der Arbeitssicherheit. Arbeitgeber sind verpflichtet, eine Beurteilung darüber vorzunehmen, welchen gesundheitlichen Gefährdungen Arbeitnehmer(innen) ausgesetzt sind.

Mit dem Corona-Virus ist eine neue sogenannte „biologische Gefährdung“ im Sinne von § 5 Arbeitsschutzgesetz (ASiG) Abs. 3 entstanden. Arbeitgeber sind deshalb verpflichtet, eine neue Gefährdungsbeurteilung durchzuführen oder eine bestehende zu ergänzen.

Tool: Die Initiative infektionsschutzhelfer.de bietet hierfür eine kostenlose Gefährdungsbeurteilung. In zehn Minuten beantwortet man auf der dazugehören Webseite Fragen zur Arbeitssicherheit und zum Infektionsschutz im Unternehmen. Anschließend erhält man kostenlos Sofortauswertung und individuellen Maßnahmenplan.

Infektionsschutzhelfer 

Das erforderliche Infektionsschutz-Wissen sollte im Unternehmen durchgehend vorhanden sein. Nur wenn möglichst viele Mitarbeiter die Grundsätze der Arbeitssicherheit und des Infektionsschutzes verinnerlicht haben, können Maßnahmen wirksam umgesetzt werden.

Tool: Auf der Webseite der Initiative gibt es hierzu eine kostenlose Schulung, die Mitarbeiter in 20 Minuten absolvieren können. Diese Online-Schulung endet mit einem Test. Bei erfolgreichem Bestehen erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat über die bestandene Ausbildung nach SARS-COVID-2-Arbeitsstandards des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Verbindliche Maßnahmen 

Die Erfahrung im Bereich Arbeitssicherheit zeigt: Damit Maßnahmen konsequent umgesetzt werden, bedarf es Betriebsanweisungen. Diese Anweisungen sind für alle Mitarbeiter verpflichtend. Damit ist der Arbeits- und Infektionsschutz nichts, was zufällig geschieht: Die Maßnahmen werden vielmehr fest in die Arbeitsabläufe und in die Routinetätigkeiten der Mitarbeiter integriert.

Tool: Neben dem Infektionsschutzhelfer-Zertifikat und einem Maßnahmenplan für Profit- und Non-profit-Organisationen hat die Initiative auch ein Paket mit Dokumenten für Betriebsanweisungen und Hygienepläne bereitgestellt. Mit diesen Vorlagen können Unternehmen schnell und einfach Betriebsanweisungen erlassen und die Umsetzung der Maßnahmen wirksam kontrollieren.

Regelmäßige Unterweisungen

Maßnahmen zum Infektionsschutz haben die Eigenschaft, dass sie irgendwann niemand mehr hören kann oder möchte – ähnlich wie die Sicherheitsunterweisungen im Flugzeug. Man bekommt das Gefühl, alles bereits zu wissen und zu beachten. Doch genau das ist ein Trugschluss.

In der Arbeitssicherheit gilt der Grundsatz: Routine schafft Sicherheit. Unternehmen sollten ihre  Mitarbeiter regelmäßig unterweisen, mindestens einmal wöchentlich.

Konsequenzen aussprechen

Was passiert, wenn Mitarbeiter die Betriebsanweisungen und Schutzmaßnahmen nicht ernst nehmen? Was soll geschehen, wenn aus Bequemlichkeit Maßnahmen „vergessen“ werden? Dann sollten die angekündigten Konsequenzen auch tatsächlich ausgesprochen werden. Dies kann beispielsweise sein:

  • Abmahnung: Mitarbeiter werden schriftlich abgemahnt, weil sie sich den Betriebsanweisungen widersetzt haben;
  • Ausschluss aus Teilbereichen des Unternehmens beziehungsweise von bestimmten Arbeiten: Mitarbeiter, die sich nicht an die Schutzvorschriften halten, werden in bestimmten Bereichen gesperrt

Die Erfahrung zeigt: Glücklicherweise muss nur ein Bruchteil aller Arbeitgeber rechtliche Konsequenzen androhen. Durch das Corona-Virus und die unmittelbare Krise sind die meisten Mitarbeiter für das richtige Verhalten sensibilisiert und wissen: Bei einem Nichtbeachten der Regeln schädigen sie ihre eigenen Kollegen und Kolleginnen.

Quelle: https://infektionsschutzhelfer.de