Pressekonferenz vom 6. Mai 2020 bringt Länderchefs in die Verantwortung

Die bisherigen Einschränkungen werden weiter zurückgefahren. Die Kontaktbeschränkung bleibt bis Anfang Juni bestehen, aber es ist nun möglich, sich mit Menschen aus EINEM anderen Hausstand zu treffen.

Betont wurde mehrfach: Wenn die Infektionszahlen wieder ansteigen, sei es denkbar, Öffnungen wieder zurückzunehmen. Hier sei insbesondere der Blick auf das konkrete Infektionsgeschehen vor Ort ausschlaggebend. Es könnte also dann auch „nur“ regionale Rücknahmen von Öffnungen geben.

Erlaubt ist laut der heutigen Pressekonferenz beispielsweise wieder der Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel. Und, was wenige überraschen dürfte: Für den Profifußball gibt es eine Sonderregelung.

Wie sieht es mit der Fitnessbranche aus??

Laut der offiziellen Pressemitteilung sollen nun die Länderchefs entscheiden, wie es in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise im Freizeit- und Sportbereich weitergeht. Hier ist von einer schrittweisen Öffnung die Rede.

Diese Entscheidungen sollen vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens vor Ort und landesspezifischer Besonderheiten getroffen werden. Zu den hier genannten Bereichen gehören u.a.: Hochschulen und Kinderbetreuung, Freizeiteinrichtungen und Indoor-Sportanlagen wie Studios, Tattoo-Studios und Kosmetik.

Wann es in welchem Bundesland die Möglichkeit gibt, die Studios wieder zu öffnen, und unter welchen Voraussetzungen genau das dann möglich ist, ist also noch unklar.

Die Erfahrung der letzten Tage zeigt jedoch, dass die Tendenz zu Öffnungen vonseiten der Länderchefs groß ist. Es besteht also Grund zur Hoffnung, dass es in der Branche bald weitergeht.

Mit Bezug zur Leitmesse der Fitnessbranche FIBO, die auf Anfang Oktober verschoben wurde, ist interessant, dass die schrittweise Wiedereröffnung in der Entscheidungsfreiheit der Länder auch Messen betreffen soll.

Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, Festivals, Dorf-, Stadt-, Straßen-, Wein-, Schützenfeste oder Kirmes-Veranstaltungen sind weiter untersagt. Wegen der immer noch gegebenen Unsicherheit des Infektionsgeschehens ist davon auszugehen, dass dies auch mindestens bis zum 31. August so bleiben wird.

Geschäfte können wieder öffnen

Alle Geschäfte können unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen wieder öffnen. Dabei ist wichtig, dass eine maximale Personenzahl (Kunden und Personal) bezogen auf die Verkaufsfläche vorgegeben wird, die einerseits der Reduzierung der Ansteckungsgefahr in den Geschäften durch Sicherstellung von Abständen dient, aber auch darauf abzielt, den Publikumsverkehr im öffentlichen Raum und im ÖPNV insgesamt zu begrenzen.

Gastronomie und Hotellerie

Die Länder werden in eigener Verantwortung auch über die schrittweise Öffnung der Gastronomie und des Beherbergungsgewerbes für touristische Nutzung  entscheiden.

Schulen und Kinderbetreuung

Die Schulen sollen schrittweise eine Beschulung aller Schüler unter Durchführung entsprechender Hygienemaßnahmen bzw. Einhaltung von Abstandsregeln ermöglichen. Diese betreffen sowohl den Unterricht, als auch das Pausengeschehen und die Schülerbeförderung.

Gemäß des Beschlusses der Jugendministerkonferenz vom 27.4.2020 wird die Kinderbetreuung durch eine flexible und stufenweise Erweiterung der Notbetreuung spätestens ab dem 11. Mai in allen Bundesländern eingeführt. Die Entscheidung über einen eingeschränkten Regelbetrieb gemäß Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz liegt in der Hand der Länderchefs.

König Fußball regiert wieder

Die Bundeskanzlerin und die Länderchefs haben sich für eine Fortsetzung des Spielbetriebes in der 1. und 2. Fußballbundesliga ab der zweiten Maihälfte entschieden. Die DFL wird die konkreten Spieldaten festlegen.

 

Quelle: Telefonschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 06. Mai 2020