Wie man Schwangere, junge Mütter und ihre kleinen Kinder fit hält, das zeigt das Beispiel der MuKiBude. Das Zentrum für Frauen und Kinder verbindet auf Bewegungsangebote für „Mamis“ mit einem effektiven Krafttraining, das eben gerade kein weich gespültes Angebot für Randgruppen ist, sondern ein Konzept mit Zukunft.

Die MuKiBude liegt im beschaulichen Städtchen Püttlingen nahe Saarbrücken. Natürlich kämpft man auch hier mit den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, aber auf gewohnt einfallsreiche Art und Weise.

Mukibude

Wir sprachen mit Mel Lassotta, welche die Gesundheitspraxis in Püttlingen unter dem Namen MuKiBude eröffnet hat und auch selbst als Trainerin auf der Fläche steht. Zum weiteren Team gehören sieben Trainerinnen und Trainer, die speziell für die Arbeit mit Schwangeren, jungen Müttern und Kleinkindern geschult sind. Sie arbeiten intensiv mit Frauenärzten, Hebammen, Osteopathen, Heilpraktiker, Ergotherapeuten und Kosmetikerinnen zusammen, um für ihr ganz spezielles Klientel eine optimale Betreuung sicherstellen zu können. Neben Püttlingen ist die MuKiBude auch in Schwalbach und Saarburg am Start.

Mel, welche Bedeutung haben Bewegung und Training rund um die Geburt?

„Gerade während der Schwangerschaft ist Bewegung extrem wichtig. Man läuft doch auch keinen Marathon, ohne zu trainieren! Auch eine Geburt ist anstrengend und erfordert von Mutter und Kind viel Kraft. Das Training hilft den Frauen, besser mit dem Geburtsschmerz umzugehen und ihn auszuhalten. Das höre ich auch von vielen unserer Frauen. Und nach der Geburt werden die Frauen viel schneller wieder fit. Wenn die Babys dann auf der Welt sind, ist es ebenfalls von großer Wichtigkeit, dass die Familienmanagerin physisch fit und aktiv bleibt. Denn die Belastung der Frauen im Alltag ist heutzutage keine kleine. Wir achten natürlich darauf, dass nur Übungen durchgeführt werden, die für unsere spezielle Zielgruppe absolut sicher sind. Wir haben einen eigenen Anamnese- und Fragebogen erstellt, der uns hilft, die Situation richtig einzuschätzen. Für die Umsetzung im Studio gibt es einen eigenen Gerätepark mit den gängigen Kraftgeräten. Bei uns absolvieren die Mädels gerade kein gespültes Soft-Training, sondern effektive Fitness – angepasst auf ihre speziellen Wünsche und Bedürfnisse.“

Wie wichtig ist das gezielte Krafttraining?

„Das Krafttraining haben wir von Anfang an in den Mittelpunkt gestellt, weil ich der Meinung bin, dass Frauen generell mehr Krafttraining machen sollten, um ihre Ziele auch wirklich zu erreichen. Allein durch Cardiotraining gibt es keine Adaption wie Muskelaufbau, Gewichtsverlust oder Körperstraffung. Krafttraining ist dabei deutlich mehr nur als „nur“ ein Ausgleich zu Wickeln und Füttern, sondern auch entscheidend für eine gesunde Körperhaltung. Gerade beim Stillen oder Füttern nehmen die Frauen häufig eine unnatürliche Haltung ein, die nach einer gewissen Zeit zu Fehlhaltungen und dadurch auch zu Schmerzen führt.

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Wie ist das Training aufgebaut?

„Wir trainieren ganzheitlich – das heißt wir haben auch immer ein Auge auf den Beckenboden. Des Weiteren bieten wir für die Zielgruppe Frau Beckenboden Intensiv Kurse an, in denen die Mädels die Wahrnehmung trainieren um dann gezielt den Beckenboden kräftigen. Unsere Trainer sind auch alle geschult, was ein Erkennen der Rectusdiastase angeht. So können wir auch auf unsere Rectusdiastase-Therapie verweisen, die wir eigens für Frauen mit Problemen anbieten.“

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Welche Experten unterstützen euch?

„Wir haben in unserer Praxis Hebammen, Osteopathen, Heilpraktiker, Ergotherapeuten und Kosmetikerinnen. Wenn uns bei Frauen oder Kindern Fehlhaltungen oder etwas „Besonderes“ auffällt, so können wir die Kunden direkt im Haus weiter verweisen – hier finden die Mütter quasi alles unter einem Dach. Wir unterstützen uns mit unserer Expertise gegenseitig, mal gibt es Fragen an unsere Hebammen, mal fragen diese uns Trainer, zum Beispiel zur Rückbildung. Wir stehen in ständigem Austausch und keine Frage bleibt hier unbeantwortet, weil wir quasi aus jedem Bereich einen Fachmann beziehungsweise eine Fachfrau vor Ort haben.“

Wie kommen die Mütter zu euch? Habt ihr noch andere Zielgruppen?

„Die Mütter kommen über Empfehlungen von Hebammen oder Frauenärzten, aber natürlich auch über die beste Freundin, die bereits bei uns trainiert. Das einzigartige Konzept spricht sich gerade unter Müttern schnell rum. Klasse ist, dass wir inzwischen auch „reifere“ Mamas  – also Omas – bei uns zum Training begrüßen dürfen. Durch den Rehasport, den wir anbieten, konnten wir unter anderem eine Kooperation mit dem Brustzentrum Püttlingen schließen, sodass sogar Krebspatientinnen bei uns trainieren können. Wir haben auch schon Papa-Specials gemacht, da durften die Mädels sich in der Zwischenzeit beim Brunch vergnügen. Solche Angebote werden wir nach und nach sicher wieder durchführen.

Wie wichtig ist der soziale Austausch?

„Für die Frauen ist es enorm wichtig, neben Windeln wechseln und dem Wegwischen von Babykotze auch mal wieder was für sich zu tun. Man merkt, dass sich die Frauen einfach pudelwohl fühlen, da sie in unseren Filialen auf Gleichgesinnte treffen. Wir alle stecken in einem Boot: Auch unsere Trainer sind alle Mütter, bzw. haben wir auch zwei Papas im Team.“

Was ist für die Mütter das Wichtigste?

„Entscheidend ist, dass die Frauen ohne schlechtes Gewissen trainieren können. Bei uns haben sie die Möglichkeit, ihre Kinder während der kompletten Öffnungszeiten in unserer eigenen Kinderbetreuung abzugeben. Hier arbeiten erfahrene Mütter und Erzieherinnen, damit auch die jüngsten Mamas kein schlechtes Gefühl haben müssen, wenn sie ihr Kind hier lassen. Gefühl wird bei uns sowieso großgeschrieben: Gerade die Zielgruppe der jungen Mamis ist manchmal sehr unsicher, zumal beim ersten Kind. Da ist Einfühlungsvermögen das A und O. Daher ist es für uns auch kein Problem, wenn die Kleinen mal im Kursraum mitturnen, wenn sie Sehnsucht nach Mama haben, oder Mama die Sehnsucht packt.“

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Wie geht ihr mit der aktuellen Situation um?

„Wir versuchen im Moment alle, das Beste draus zu machen. Zum Beispiel habe ich schon länger mit einem zusätzlichen Online-Angebot geliebäugelt. Aufgrund des Zeitmangels habe ich das aber immer wieder nach hinten geschoben. Jetzt wurden wir quasi geschubst, noch etwas mehr für unsere Kundinnen zu tun. Wir bekommen von unseren Mädels durchweg positive Rückmeldung, zumal sie jetzt wirklich trainieren können, wann es ihnen am besten passt. Und tatsächlich sind auch ein paar neue Mamis online dazugekommen! Natürlich fehlt momentan der persönliche Austausch und wir freuen uns schon sehr darauf, wenn wir uns alle wiedersehen können!“

Gibt es Unterstützung?

„Unsere Kundinnen sind unheimlich loyal. Wir haben bisher keine einzige Kündigung, im Gegenteil sogar Online-Mitgliedschaften abschließen können. Niemand hat seinen Beitrag zurückgebucht, einige wollen noch nicht einmal einen Ausgleich, weil sie die MuKiBude einfach unterstützen wollen. Für mich ist das hier ein Herzensprojekt. Und auch die Mädels sind glücklich, endlich ein Studio gefunden zu haben, wo sie einfach sein können wie sie sind. Natürlich haben wir die Hilfen von Bund und Land beantragt und zumindest vom Land auch schon die Soforthilfe erhalten. Außerdem unterstützt uns die Stadt Püttlingen mit einem Mietzuschuss, was uns sehr hilft und auch freut.

Wie geht es nach Corona weiter?

„Jetzt müssen wir natürlich erst einmal die Beschlüsse der Regierung abwarten und hoffen auf positive Nachrichten. Denn gerade die Mütter, die jetzt mit ihren Kindern seit sechs Wochen zu Hause sitzen, haben mehr als einen triftigen Grund, wieder zum Training zu kommen.

Wir haben für die Corona Zeit ein neues Konzept entwickelt, mit genauem Termin- und Hygieneplan, um Sicherheit vor Ort zu gewährleisten. Da wir ein überschaubares Studio sind, können wir ohne große Gruppen trainieren und für optimale Hygiene sorgen. Es soll spezielle Corona-Mitgliedschaften für die eingeschränkte Zeit geben, außerdem planen wir ein MuKiHome-Training. Hier könnten alle im Haushalt lebenden Personen die MuKiBude für eine Stunde mieten und so ein schönes Familientraining absolvieren.“

Die MuKuBude: Das dahinter steckt

In der MuKiBude in Püttlingen gibt es eine große Trainingsfläche mit Life-Fitness Geräten, eine  Theke mit gemütlicher Lounge und zwei Kursräume. Hinzu kommt ein großer Bereich für die Kinderbetreuung: einmal für die Kleinsten und einmal, voneinander abgetrennt, für die größeren Kinder. Der Therapeutenbereich umfasst zwei extra Räume, eine geräumige Umkleide mit Dusche – alles kindgerecht eingerichtet mit Wickelmöglichkeit, Laufstall in der Dusche usw. In Schwalbach ist das Ganze als Hebammenpraxis mit zwei Sprechzimmern gestaltet, hinzu kommt der extra Sportbereich mit zwei Kursräumen.

Mehr über die MuKiBude erfahrt ihr unter: www.mukibu.de