Für den mehrfachen Weltmeister im Karete, Niko Pourraki, sind Fitnesstraining und Kampfsport zwei Themen, die sich perfekt ergänzen. Wir wollten wissen, wo für ihn persönlich die Vorteile des Personal Trainings für Athleten aus dem Bereich Martial Arts liegen und wie Studios von diesem Thema profitieren können.

Als Karate-Wettkämpfer hatte Niko zuvor bereits mehrfach zugeschlagen: Mit acht Jahren holte er zum ersten Mal den Bayern-Titel. Es folgten WM-Titel in der Gewichtsklasse bis 60 kg. Sein persönliches Highlight? Die WM 2016 in Orlando (Florida), als er zusätzlich zum Sieg in der Einzelkategorie zusammen mit der Deutschen Nationalmannschaft Team-Weltmeister wurde. 

Wichtig für den Sieg

„Sportliche Fähigkeiten wie Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination können für Kampfsportler über Sieg oder Niederlage entscheiden: Motorik und Koordination sowie Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit sind essenzielle Grundbausteine. Auch meinen eigenen sportlichen und beruflichen Erfolg schreibe ich diesen Fähigkeiten zu. Ich habe als Kind, anfangs spielerisch, an diesen Fähigkeiten gearbeitet und bin dann Schritt für Schritt über mich hinausgewachsen. Genau DAS möchte ich auch meinen Kunden ermöglichen.“

Dabei kommt es natürlich auch auf die individuellen Zielsetzungen der Kunden an: „Wir haben im Fitnessbereich einige Kunden, die fitter für ihren eigenen Kampfsport werden möchten und genau deswegen zum Personal-Training zu uns kommen. Andere nutzen nur unsere Angebote im Bereich Martial Arts. Gleichzeitig suchen mich immer wieder Kämpfer von anderen Schulen auf, wenn sie vor wichtigen Kämpfen stehen“, so Niko. Und dann gibt es auch „die ganz normalen Kunden, die einfach nur zum Personal Training zu uns kommen.“

Wie alles begann

„Am Anfang meines Studiums lernte ich zwei Studienkollegen aus München kennen“, erinnert sich Niko. „Total motiviert nahmen wir eigene Trainingsvideos auf, die direkt auf Facebook landeten. Als Personal Trainer Siraj, Francois und Niko wollten wir durchstarten. Ich behielt meinen Namen und habe immer wieder Ausschnitte meines manchmal verrückten Trainings gepostet. Dann kamen immer mehr Menschen auf mich zu. Das hat den Stein ins Rollen gebracht.“ 2016 machte Niko, der zu dieser Zeit in einem Studio arbeitete, ernst und eröffnete sein eigenes Gym. Anfang 2020 kaufte Niko Pourraki mit dem Bodies Ansbach einen Supplement Store dazu. Nun ist ein eigener Onlineshop geplant. Einem Macher wird eben nie langweilig.

Man lernt nie aus

Qualität und Know-how sind ihm wichtig, das merkt man direkt: „Nur wenn die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, kompetent sind, können sie meine Ideologie vertreten. Das heißt: Auch ich muss immer besser werden und mich weiterbilden, dazulernen“, so Niko.

Niko hat 3,5 Jahre in sein Studium zum Dipl. Sport- und Gesundheitstrainer investiert, anschließend mehrere Lizenzen absolviert: von der B-Lizenz für Fitness über die Medizinische Fitnesstrainer A-Lizenz bis hin zum Diplom Fitness-Professional. Weil er gerade etwas mehr freie Zeit durch die Corona-Krise hat, hat er sich gerade für das Studium zum Heilpraktiker mit den Fachrichtungen Akupunktur und Sportmedizin eingeschrieben. 

Das Produkt bin ich

Für Niko bedeutet das: „Wenn ich an einer Dienstleistung einen Euro mehr verdienen könnte, ich aber nicht davon überzeugt bin, kommt sie nicht ins Sortiment. Als Personal Trainer stehe ich hinter jedem Training, das ich gebe – hinter jedem Produkt, hinter jeder meiner Dienstleistung und das zu 100 Prozent.“ Da ist er, der hohe Anspruch, den Wettkämpfer an sich selbst und ihre Leistung stellen. Seine Kunden danken es ihm.

Niko setzt auf einen ausgewogenen KundenmixSamantha Loveless PhotoDesign
Niko setzt auf einen ausgewogenen Kundenmix

Kämpfer im Studio

„Kampfsportler kämpfen immer“, bringt es der Karateka auf den Punkt. „Als Wettkämpfer gehen wir über unsere Grenzen. Auch an einem schlechten Tag versuchen wir, das Beste herauszuholen. Wir sind zäh und wollen gefordert werden.“

Gerade wenn es um den Wiederaufbau der körperlichen Fähigkeiten nach einer Verletzung geht, zeigt sich die Stärke des Personal Trainings: Im eins-zu-eins-Kontakt kann man gezielt Reize setzen, ohne den Kunden zu überlasten. „Da macht es sich für einen Persona lTrainer bezahlt, wenn man über praktische Erfahrung im Martial Arts-Bereich verfügt – oder als Studio mit einem Experten zusammenarbeiten kann“, so Niko. 

„Da Kampfsportler eben Kämpfer sind, muss man den ein oder anderen auch mal zurückhalten. Die oft extrem motivierten Athleten einfach mal lostrainieren zu lassen, das kann nach hinten losgehen“, ergänzt Niko. So ist es für einen Wettkämpfer katastrophal , wenn seine hart erarbeitete Muskelmasse ihn langsamer werden lässt und er beim nächsten Kampf verliert, auch weil er seine sportartspezifische Beweglichkeit aus dem Auge verloren hat.

Was aber tun, wenn man als Studio nicht selbst über einschlägige Erfahrung verfügt? Dann kann es sich lohnen, bei der Auswahl seiner Trainer auch mal einen Blick auf Leute zu werfen, die über Know-how in Martial Arts verfügen und bereit sind, sich zum Personal Trainer weiterzubilden. „Oder man sucht sich einen Kooperationspartner wie eine Kampfsportschule, die wiederum selbst nicht das Know-how hat, um Fitnesstraining, Personal Training oder Kurse anzubieten.“

Fighter im Team

Ein unbedingter Wille zum Sieg – sportlich, aber auch beruflich: Das ist typisch für ambitionierte Kampfsportler und macht sie wertvoll als Mitarbeiter und Partner. „Sie wollen aber auch nicht unterfordert werden – und das kann andere, auch Kollegen oder Chefs, schon ganz schön unter Druck und Stress setzen,“ weiß Niko. 

„Wichtig ist es also auch hier, die individuellen Stärken der Teammitglieder zu erkennen – und den Führungsstil darauf einzustellen. Solche Macher-Typen wollen gefordert werden. Man sollte aber auch immer ein Auge darauf haben, dass sie sich nicht überfordern“, findet der Personal Trainer. Macher sind besonders stark von Überlastungssymptomen wie Burnout betroffen.

Sympatischer Macher mit DurchschlagkraftSamantha Loveless PhotoDesign
Sympatischer Macher mit Durchschlagkraft

Potenziale mit Zukunft

In seiner Kampfsportschule arbeitet Niko Pourraki viel mit Kindern und Jugendlichen. „Ich sehe die gravierenden Folgen des Bewegungsmangels aber bei allen Altersklassen, die bei uns trainieren. Das beginnt bei den 4-Jährigen und zieht sich bis zu den Erwachsenen durch. Die motorischen sowie koordinativen Fähigkeiten gehen heute drastisch runter. Das ist wohl auch eine Auswirkung des Multimedia-Zeitalters.“

Der Personal Trainer schrieb seine Diplomarbeit über Koordinationstraining mit Senioren und sieht auch hier Potenzial: „Ich persönlich liebe Koordinationstraining und finde: Das ist ein perfektes Thema, mit dem man als Anbieter sein Portfolio erweitern kann. Insbesondere, wenn es um Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche, aber auch Senioren geht. Fitness heißt nicht nur Eisen pumpen, stark werden. Fitness ist so viel mehr. Hierfür wird gut ausgebildetes Personal benötigt, vor allem, wenn bei der Einzelbetreuung.“

Suftipp

Die Website von Niko´s Studio findest du hier: https://su.rpv.media/xm