„Tue Gutes und sprich darüber“ – so könnte einer der Grundsätze des ökologisch und sozial ausgerichteten Fitnessstudios lauten. Doch ergibt Nachhaltigkeit aus Marketingsicht überhaupt Sinn? Und was macht das Alles mit der Kundschaft?

Raus aus der öko-sozialen Zurückhaltung

Aktuell sehen viele Unternehmen in der Sport- und Fitnessbranche ökologische Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility als Ad-hoc-Maßnahmen, anstatt sie zu ihren Kerngeschäftszielen zu machen, ist in einem Interview mit Matthew Campelli zu lesen (1). Der in Wien ansässige Journalist ist Gründer des „Sustainability Report“ (Sustainability = Nachhaltigkeit). Dieser wird als essentielle Quelle für Sportprofessionals beworben, die ihre Unternehmen auf umwelttechnischer, sozialer und ökonomischer Ebene nachhaltig ausrichten möchten. Die öko-soziale Zurückhaltung vieler Studios führt Campelli darauf zurück, „dass der Begriff Nachhaltigkeit und die Vorteile, die sie mit sich bringt, für viele nicht greifbar sind. Investiert ein Fitnessstudio etwa in eine energieeffiziente LED-Beleuchtung, dann werden die Kosteneinsparungen auf kurze Sicht erst einmal nicht sichtbar“. Campelli fordert dennoch Engagement, da Privatunternehmen einen großen Einfluss auf die Gesellschaft haben. „Um große Ambitionen zu verwirklichen, wie etwa die Bekämpfung der Erderwärmung oder den Abbau von Ungleichheiten, müssen alle gesellschaftlichen Gruppen an einem Strang ziehen und ihren Beitrag leisten“. Gute Ausgangspunkte für Unternehmen in der Fitnessbranche, die etwas verändern und Reputationsrisiken vermeiden möchten, sind „klar definierte und ausgereifte Nachhaltigkeitsstrategien. Außerdem haben sie meist klare Klimaziele und ermutigen ihre Lieferkette, verantwortungsvoller und nachhaltiger zu handeln, indem sie Alternativen für nicht nachhaltige Praktiken finden“.