Management
shape UP Business 3/2022

Wachstum durch Liquidität

Nachdem wir seit über zwei Jahren mit Corona im Alltag leben und die Coronamaßnahmen deutlich zurückgefahren werden, nimmt die Gründungsaktivität in der Fitnessbranche aus verschiedenen Gründen aktuell enorm zu: einerseits durch die berufliche Umorientierung vieler Menschen, andererseits anhand der noch weiter gestiegenen Erkenntnis, wie wichtig körperliche Gesundheit durch Bewegung und Sport ist.

Claudia Schimmelfeder
Lesezeit: ca. 2 Minuten
Romolo Tavani / shutterstock.com

Hauptthema von Gründern, so ist unsere Erfahrung beim Verband Deutscher Fitness- und Gesundheitsunternehmen (VDF) anhand zahlreicher und regelmäßiger Anfragen in nunmehr weit über zwei Jahrzehnten, ist fast immer die Finanzierung. Knackpunkt ist dabei zumeist fehlendes oder zu geringes Eigenkapital. Kein oder zu geringes Eigenkapital versperrt die Möglichkeit der Finanzierung über Banken – auch über deine Hausbank! Das hat nichts damit zu tun, dass die Bank nicht will, sie darf in solchen Fällen nicht finanzieren. „Gute Beziehungen“ zur Hausbank helfen in dem Fall auch nicht weiter.

Und nun?

Aufgeben oder den Gründungswunsch beiseiteschieben? Nein, es gibt Lösungen. Um die Hürde „fehlendes Eigenkapital“ zu überspringen, wurden spezielle Förderprogramme aufgelegt. Eines der Eigenkapitalförderprogramme ist der der Mikromezzaninfonds in Deutschland. Dieses Förderprogramm hat ein Volumen von 228 Millionen Euro und wird aus Mitteln des ERP-Sondervermögens (European Recovery Programm) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) refinanziert. Auch Gründer sind antragsberechtigt, da der Zweck des Förderprogramms die Stärkung der Eigenkapitalbasis von Klein- und Kleinstunternehmen ist. Die Finanzierung erfolgt ohne deine Hausbank. Hast du dieses Fördermittel erfolgreich (online) beantragt, bestehen anschließend auch bessere Finanzierungschancen (damit dann auch bei deiner Bank). Warum? Du hast nun Eigenkapital. Die Beantragung sieht maximal 50.000 Euro mit einer Laufzeit von 10 Jahren vor. Die ersten 7 Jahre sind tilgungsfrei, ab Jahr 8 beginnt die Tilgung. Sogar höhere Summen von bis zu 150.000 Euro sind für sogenannte Zielgruppenförderungen möglich (zum Beispiel: Gründen aus der Arbeitslosigkeit, Gründungen von Frauen oder Personen mit Migrationshintergrund), mit einer Anfangsförderung von maximal 75.000 Euro. Gefördert werden sämtliche Investitionen eines Unternehmens in die Errichtung eines neuen oder die Fortführung eines bestehenden Unternehmens. Auch Unternehmensnachfolgefinanzierungen oder Betriebsmittelfinanzierungen sind möglich. Mehr Informationen findest du auf www.mikromezzaninfonds-deutschland.de.

Worauf wartest du noch?

Dein Wachstum als Gründer ist ein Stück machbarer geworden. Dein Business wird mit der richtigen finanziellen Struktur zukunftsfähiger und damit auch sicherer und erfolgreicher. Viel Erfolg!

Dieser Artikel ist erschienen in

shape UP Business 3/2022

Aktuelle Ausgabe
Erschienen am 22. September 2022