Durch die tägliche Arbeit mit ihren Kunden werden Studioleiter und Trainer über die Jahre zu Tüftlern. Immer wieder gilt es Probleme zu lösen, Wünsche zu erfüllen und Mitglieder neu zu begeistern. Wie macht man aus einer innovativen Idee ein gewinnbringendes Produkt? Die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie kann wie ein Booster wirken, um eigene Innovationen nach vorn zu bringen.

Denn hier gibt es Profis, die sich intensiv und professionell mit Bereichen wie Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb beschäftigen.

Dass solches Zusatzwissen auch für recht ausgereifte Produktideen hilfreich ist, zeigt das Beispiel von Christian Hasler. Als Inhaber des next level.therapie- und trainingszentrum ist er mittlerweile auch Inhaber der movement concepts GmbH & Co.KG mit eigenem Laufschulkonzept und dem skillcourt-Konzept, das sich mit motorisch-kognitivem Training beschäftigt. Und diese beiden Produkte basieren auf eigenen Ideen aus der Studio- und Physiopraxis.

Wie alles begann

2017 ging die Laufschule next.level.running (heute runningzone) an den Start. Hasler erinnert sich: „Als Coach betreute ich zu dieser Zeit hauptsächlich Athleten, darunter viele Leistungssportler. Im Fokus stand die Verbesserung von Laufbewegungen für mehr Effektivität, bessere Regeneration und weniger Verletzungen. Schnell wurde mir klar, dass Hobbysportler, aber auch Patienten und Kinder, noch mehr von unserer Arbeit profitieren könnten. Gerade hier ist das frühzeitige Aufdecken von Bewegungsfehlern wichtig, aber auch das (Neu-)Lernen von optimalen Bewegungsabläufen.“

Christian HaslerChristian Hasler
Christian Hasler

Hilfreich bei der Entwicklung von Lösungsansätzen war auch der aktive Austausch mit seinen Mitarbeitern und Kollegen aus der Physiotherapie. „Kinder, Patienten, aber auch Hobbysportler rückten mehr und mehr in meinen Fokus. Mittlerweile ist der Profisport die mit Abstand kleinste Zielgruppe. In mehr als 100 Laufschulen in Europa werden zu circa 50 Prozent Hobbyläufer, zu circa 30 Prozent Patienten und zu circa 18 Prozent Kinder gecoacht.“

Engagement ist gefragt

Im Laufe der nächsten drei Jahre ging es darum, das eigene Konzept weiterzuentwickeln. „Wir wollten ein anfänglich sehr komplexes System so einfach gestalten, dass jeder Trainer nach einer entsprechenden Ausbildung in der Lage ist, seinen Kunden beim richtigen Gehen und effektivem Laufen zu helfen. Als perfekte Partner für die Umsetzung haben sich dabei Fitnesseinrichtungen und Physiotherapeuten herauskristallisiert. Sie verfügen über optimale technische Voraussetzungen, können die Zielgruppe der Läufer aber allein teilweise nur schwer greifen.“ 

Eine eigene App wurde entwickelt, eine Schulungsakademie aufgebaut, Edgar Itt als Keynote-Speaker und Markenbotschafter gewonnen, ein eigenes Marketingportal auf die Beine gestellt und vieles mehr ins Laufen gebracht.

Skillcourt-Training eignet sich für verschiedene ZielgruppenSkillcourt
Skillcourt-Training eignet sich für verschiedene Zielgruppen

Entwicklung schreitet fort

Heute hat man zwei eigene Konzepte erfolgreich auf den Markt gebracht und adressiert dabei unterschiedliche Zielgruppen: Zu den Partnern der Laufschule gehören Praxen und Fitnesseinrichtungen, die systematisch vorgehen, die Muskellängentraining und Krafttraining auf hohem Niveau anbieten – die laut Hasler aber auch bereit sind, eigene eingefahrene Prozesse zu verändern, wenn es sinnvoll ist.

„Bei unserem Trainingssystem skillcourt setzen wir auf ausgeklügelte Technik mit Scannern, Sensoren und App. Im Fokus steht die Förderung der kognitiven und motorischen Fähigkeiten“, erklärt Hasler. Unter den Einrichtungen, die mit skillcourt arbeiten, finden sich neben Fitness-Clubs und Physiotherapiepraxen auch Vereine, Kliniken, sportliche Leistungszentren (Olympiastützpunkte), Schulen, Altersheime, Kinder-Spieleläden und Firmen. Also auch Zielgruppen, die anders angesprochen werden wollen und andere Notwendigkeiten für eine erfolgreiche Umsetzung haben.

Stärker durch Partner

Seit Kurzem engagieren sich Christin und Mario Görlach, unter anderem bei EGYM und fle-xx aktiv, als externe Partner für beide Konzepte. „Mit beiden arbeite ich jetzt seit bereits mehr als acht Jahren zusammen. Sowohl im Vertrieb als auch in meiner ehemaligen Rolle als Master-Trainer“, erklärt der Diplom-Sportwissenschaftler. „Durch diese Kooperation können wir unsere eigenen Ideen auf ihre wirtschaftliche Basis abklopfen und fachlich weiterentwickeln. Es ist großartig, dass wir den gleichen Antrieb und die gleichen Visionen haben. Wir wollen gemeinsam für unsere Partner das Potential ausschöpfen, welches sich hier für die Zielgruppen Sportler, aber auch Patienten und Kinder ergibt.“

v.l.n.r.: Mario und Christin Görlach, Christian HaslerEGYM / Christian Hasler
v.l.n.r.: Mario und Christin Görlach, Christian Hasler

Vollgas voraus

Was macht die Zusammenarbeit mit externen Profis so hilfreich? „In erster Linie die Geschwindigkeit. Strategische Partner helfen dir, schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen. Gemeinsam greift man auf einen anderen Fundus an Erfahrung zurück. Das ist wichtig, müssen wir doch heute schon verstehen, wohin sich der Markt künftig bewegt. Durch eine Partnerschaft gehen Türen auf, die man allein nicht aufstoßen kann“, so Hasler.

„Deshalb ist es auch so wichtig, möglichst viel Expertise im eigenen Haus zu haben. Die Dinge, die man nicht selbst abbilden kann, sollte man dann im Rahmen von Kooperationen ergänzen. Natürlich ist das auch aufwendiger, teurer und bedarf mehr Einsatz von allen. Allerdings sind wir das jedem Nutzer und jedem Kunden schuldig, wenn wir ein eigenes Konzept oder Produkt an den Start bringen“, findet der Diplom-Sportwissenschaftler. Mit eigenen Konzepten hat man die Möglichkeit, extrem viel Nutzen zu bringen. Diesen Nutzen dürfe man nicht riskieren, indem man es sich leicht macht.

Natürlich ruft Gutes auch Nachahmer auf den Plan, aber Christian Hasler ist sich sicher: „Die Kunden erkennen Qualität. Und oft liegt diese Qualität gerade auch im Detail. Die Umsetzung in Hardware, Software und Design ist etwas, das man nicht mal schnell nachmacht. Selbst wenn das noch kopierbar ist, dann kommt die eigentliche Expertise zum Tragen: Nun geht es darum, die eigenen User/Kunden erfolgreich zu machen. Dabei bauen wir beispielsweise auf unserer eigenen Erfahrung im Fitness- und Physiotherapiemarkt auf, aus über 3.000 Projekten. So können wir ein durchdachtes Komplettpaket bieten: Implementierung, Kommunikation und Schulungen auf professionellem Niveau.“

Das steckt dahinter

  • runningzone basiert auf einer umfangreichen Lauf- und Bewegungsanalyse. Diese deckt Defizite im Gang- oder Laufbild auf und erforscht individuelle Ursachen. Bewegungsmuster werden neu erlernt, um schmerzfrei und schneller zu laufen. Die Laufschule eignet sich für Studios und Praxen, die Hobby- und Profisportler ansprechen möchten. Weitere Zielgruppen sind Kindern ab circa sechs Jahren und Patienten mit Einschränkungen beispielsweise nach Schlaganfällen, Stürzen und Verletzungen.
  • Bei skillcourt werden durch die Bildung neuer Synapsen im Gehirn kognitive und motorische Fähigkeiten verbessert, entwickelt oder wiederhergestellt. Im Fokus stehen Schnelligkeit, Intelligenz, Sehen, Wissen und Motorik. Sportler können ihre Reaktionszeit verbessern, Wahrnehmung optimieren und Beschleunigung steigern. Kinder sollen schneller und effektiver lernen können, sich länger konzentrieren und Probleme leichter lösen. Nach Verletzung, Operationen oder Schlaganfall kann das Training helfen, wieder fit zu werden.

Quellen

  • Verbinde Herzkreislauf-, Muskel- und Gehirntraining und fördere deine kognitiven und motorischen Fähigkeiten auf dem skillcourt: https://su.rpv.media/b2; Zugriff am 18.05.2020
  • Größte Laufschule für Sportler, Kinder und Patienten in Europa: https://su.rpv.media/t-; Zugriff am 18.05.2020