Wie man Schwangere, junge Mütter und ihre kleinen Kinder fit hält, zeigt das Beispiel der MuKiBude, einem Zentrum für Frauen und Kinder im Saarland. Statt weichgespültem Soft-Training erwartet einen hier ein Konzept, das die Kundinnen ins Schwitzen bringt und an ihre persönlichen Ziele.

Das Kernstudio der MuKiBude befindet sich in Püttlingen nahe Saarbrücken. Es gibt eine große Trainingsfläche mit Life-Fitness Geräten, eine Theke mit gemütlicher Lounge und zwei Kursräume. Hinzu kommen zwei Bereiche für die Kinderbetreuung: einmal für die Kleinsten und einmal für die größeren Kinder. Der Therapeutenbereich umfasst zwei extra Räume, eine geräumige Umkleide mit Dusche – alles kindgerecht eingerichtet mit Wickelmöglichkeit, Laufstall in der Dusche usw. 

Zum Team in Püttlingen gehören sieben Trainerinnen und Trainer, die speziell für die Arbeit mit Schwangeren, jungen Müttern und Kleinkindern geschult sind. Die Praxis arbeitet intensiv mit einem ganzen Team an Experten zusammen, darunter beispielsweise Frauenärzten, Hebammen, Osteopathen, Heilpraktiker, Ergotherapeuten und Kosmetikerinnen. In Schwalbach und Saarburg ist die MuKiBude jeweils in eine Hebammenpraxis integriert, mit einem extra Sportbereich und zwei Kursräumen.

Mel LassottaMuKiBude
Mel Lassotta

Fitness? Unbedingt!

Was macht das Krafttraining für Schwangere und junge Mütter so wichtig? Mel Lassotta, Inhaberin der MuKiBude und selbst als Trainerin im Einsatz, erklärt das so: „Eine Geburt ist anstrengend und erfordert von Mutter und Kind viel Kraft. Man läuft doch auch keinen Marathon, ohne zu trainieren! Das Training hilft den Frauen, besser mit dem Geburtsschmerz umzugehen und ihn gut zu überstehen. Und nach der Geburt werden die Frauen viel schneller wieder fit. Wenn die Babys dann auf der Welt sind, ist es wichtig, dass die Familienmanagerin physisch fit und aktiv bleibt. Denn die Belastung der Frauen im Alltag ist heute nicht gerade gering.“

Ein Training von der Stange passt da oft nicht: „Wir haben deswegen einen eigenen Anamnese- und Fragebogen erstellt, der uns hilft, die individuelle Situation richtig einzuschätzen. Für die Umsetzung im Studio gibt es dann einen eigenen Gerätepark mit klassischen Kraftgeräten, darüber hinaus bieten wir auch Kurse und Kardiotraining an.“ Wer jetzt denkt, dabei handelt es sich um sanfte Fitness, die mehr Wellness als Training ist, geht fehl: „Bei uns absolvieren die Mädels gerade kein gespültes Softi-Programm, sondern ein effektives Fitnesstraining. Nur eben angepasst an ihre speziellen Wünsche und Bedürfnisse – und so, dass jede Übung für sie absolut sicher ist“, so Lassotta.

Einblick in den Trainingsbereich in PüttlingenMuKiBude
Einblick in den Trainingsbereich in Püttlingen

Kraft macht stark

Das Krafttraining steht dabei im Mittelpunkt. Mel erklärt das so: „Frauen sollten generell mehr Krafttraining machen, um ihre Ziele auch wirklich zu erreichen. Allein durch Kardiotraining gibt es keine Adaption wie Muskelaufbau, Gewichtsverlust oder Körperstraffung. Krafttraining ist dabei mehr nur als nur ein Ausgleich zum Wickeln und Füttern, sondern auch entscheidend für eine gesunde Körperhaltung. Gerade beim Stillen oder Füttern nehmen die Frauen häufig eine unnatürliche Haltung ein, die nach einer gewissen Zeit zu Fehlhaltungen und dadurch auch zu Schmerzen führt.“

Die Mädels in der MuKiBude trainieren ganzheitlich – das heißt, die Trainer und Trainerinnen haben auch immer ein Auge auf den Beckenboden. Des Weiteren gibt es Beckenboden-Intensivkurse, in denen die Frauen ihre Wahrnehmung trainieren, um den Beckenboden gezielt kräftigen zu können. „Unsere Trainer sind alle geschult was ein Erkennen der Rektusdiastase angeht. So können wir auch auf unsere Rectusdiastase-Therapie verweisen, die wir eigens für Frauen mit Problemen anbieten.“ 

Rektusdiastase

Während einer Schwangerschaft dehnt sich der Spalt zwischen den geraden Bauchmuskeln und auch die beiden Rektusbäuche (gerade Bauchmuskeln) selbst dehnen sich. Das ist physiologisch notwendig, um dem wachsenden Baby Platz zu schaffen. Zum Zeitpunkt der Geburt haben daher alle schwangeren Frauen eine Rektusdiastase. Das kann sich in einer unschönen Wölbung des Bauches nach außen zeigen, selbst wenn die Frauen während der Geburt wenig oder gar kein Mehr an Gewicht zugelegt haben.

Suftipp: https://su.rpv.media/spalt-im-bauch

Experten unterstützen sich

In der MuKiBude setzt man auf die Kooperation mit anderen Experten, wie die Saarländerin erklärt: „Wir haben in unserer Praxis Hebammen, Osteopathen, Heilpraktiker, Ergotherapeuten und Kosmetikerinnen. Wenn uns bei Frauen oder Kindern Fehlhaltungen oder etwas Besonderes auffällt, so können wir die Kunden direkt im Haus weiter verweisen. Hier finden die Mütter quasi alles unter einem Dach. Wir unterstützen uns mit unserer Expertise gegenseitig. Mal gibt es Fragen an unsere Hebammen, mal haben die Hebammen Fragen an die Trainer, zum Beispiel zur Rückbildung. Wir stehen in ständigem Austausch und keine Frage bleibt hier unbeantwortet, weil wir quasi aus jedem Bereich einen Fachmann beziehungsweise eine Fachfrau vor Ort haben.“

Das Team in den Filialen der MuKiBudenMuKiBude
Das Team in den Filialen der MuKiBuden

Mehr als Fitness

Für Frauen, die gerade Mütter geworden sind, ist es enorm wichtig, neben Windeln wechseln und dem Wegwischen von Babykotze auch etwas für sich zu tun. „Man merkt, dass sich die Frauen einfach pudelwohl fühlen, da sie bei uns auf Gleichgesinnte treffen. Wir alle stecken in einem Boot: Auch unsere Trainer sind alle Mütter beziehungsweise haben wir auch zwei Papas im Team“, ergänzt Mel.

In der MuKiBude arbeiten in der Kinderbetreuung erfahrene Mütter und Erzieherinnen, damit auch die jüngsten Mamas kein schlechtes Gefühl haben, wenn sie ihr Kind beim Training aus den Händen geben. Gefühl wird insgesamt großgeschrieben: „Gerade die Zielgruppe der jungen Mamis ist manchmal sehr unsicher, zumal beim ersten Kind. Da ist Einfühlungsvermögen das A und O. Daher ist es für uns auch kein Problem, wenn die Kleinen mal im Kursraum mitturnen, wenn sie Sehnsucht nach Mama haben, oder Mama die Sehnsucht packt.“

 Von Mutti bis Oma

Die (jungen) Mütter kommen über Empfehlungen von Hebammen oder Frauenärzten ins Studio, aber natürlich auch über die beste Freundin, die bereits dort trainiert. Ein so einzigartiges Konzept spricht sich gerade unter Müttern schnell rum. „Toll ist, dass wir inzwischen auch reifere Mamas – also Omas – bei uns zum Training begrüßen können. Durch den Rehasport, den wir anbieten, konnten wir unter anderem eine Kooperation mit dem Brustzentrum Püttlingen schließen, so dass sogar Krebspatientinnen bei uns trainieren können. Wir haben auch schon Papa-Specials gemacht, da durften die Mädels sich in der Zwischenzeit beim Brunch vergnügen. Solche Angebote werden wir nach und nach sicher wieder durchführen“, so Lassotta.

Quelle

Innovatives ganzheitliches Training für Frauen: https://su.rpv.media/xl; Zugriff am 12.05.2020