Nur wer weiß, was sein Gegenüber wirklich denkt, kann etwaige Lügen entlarven und sich bei der Mitarbeiterführung oder in Verhandlungen auch in schwierigen Positionen behaupten.

Suzanne Grieger-Langer ist Wirtschaftsprofiler. Die Erkennung von persönlichen Potenzialen, aber auch von Betrug, sind ihr tägliches Geschäft. Die von ihr entwickelten Methoden dienen der Betrugserkennung. Sie sagt: „Jeder, der das Gefühl hat, es mit einem Blender oder Lügner zu tun zu haben, sollte sich drei Fragen stellen: Was erreicht derjenige mit dem, was er sagt? Was vermeidet derjenige mit dem, was er sagt? Und passt die Aussage überhaupt zur Situation?“.

Um sich selbst diese Fragen beantworten zu können, benötige man drei Sichtweisen: die Lupe, den Weitwinkel und die Seitenansicht. „Die Lupe verschafft mir den Blick für das einzelne Detail, das den Betrüger entlarven kann, während ich mir im Weitwinkel überlegen muss, ob dieses spezielle Detail überhaupt in das Gesamtbild passt. Zudem ist es immer sinnvoll, für eine Weile aus dem Fokus des Blenders zu kommen und von der Seite zu beobachten, wie er oder sie mit anderen umgeht. Ich rate dazu, sich immer ein Bild von der Person zu machen, wie es ein Unbeteiligter tun würde.“