Titelbeitrag
shape UP Business 4/2021

Schmelztemperatur erreicht

Die Zukunft der Fitness-Kommunikation

Die Fitnessbranche befindet sich derzeit in einem massiven Umbruch – und das nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie. Sie erfindet sich gerade selbst neu und das ist, trotz der vielen Schwarzmalerei des letzten Jahres, etwas Gutes. Langsam kristallisiert sich heraus, dass die altbewährten Formate neu gedacht werden müssen, um langfristig zukunftsträchtig und rentabel zu sein.

Dr. Julia Röder
Lesezeit: ca. 11 Minuten
Gorodenkoff / shutterstock.com

Den Zukunftstrend bildet eindeutig die Verschmelzung und Synergie von Fitness und Gesundheit. Stichwort: gesundheitsorientierte Fitnesswirtschaft. Fibo war gestern. So schön die einstige Leitmesse auch gewesen sein mag, in der Zukunft ist das Format, wie uns ein winziges, aber eindrucksvolles Virus bewiesen hat, so nicht alleine tragbar. Warum also nicht die bestehenden Schnittmengen ausbauen, Synergien nutzen und in die Zukunft denken? Einige innovative Köpfe haben das begriffen, haben den Wandel sogar initiiert und gestalten diesen gerade aktiv mit.

Zukunftsvisionen

Einer dieser Pioniere ist Ralph Scholz. Er ist der Erfinder und Kopf der FitnessConnected, der neuen internationalen Fachmesse für Fitness, Gesundheit und Sport, und gilt als einer der erfahrensten und profiliertesten Experten der Branche im deutschsprachigen Raum. In über 30 Jahren hat sich der Diplom-Kommunikationsfachwirt eine sehr breite und interdisziplinäre Expertise in den Marktsegmenten Sport, Fitness, Gesundheit und Pflege aufgebaut. Mit der FitnessConnected setzt er seine Vision von einer vernetzten, gesundheits- und zukunftsorientierten Fitnesswirtschaft um, die ihre Position in der Gesellschaft klar kommuniziert. Die neue B2B-Fachmesse hat ihre Premiere vom 18. bis 20. November 2021 in München. An drei ereignisreichen Tagen werden Fachbesucher in der bayerischen Hauptstadt aus den Bereichen Fitness, Sport, Gesundheit, Leisure, Home Fitness und Public auf innovative Player in acht Aussteller-Kategorien treffen.

Daten & Fakten zur FitnessConnected

■ Termin: 18. bis 20. November 2021

■ Wo: Messe München

■ Tickets: su.rpv.media/3vz

■ Webseite: su.rpv.media/3v

■ Rahmenprogramm: su.rpv.media/3w0

■ Download des Rahmenprogramms: su.rpv.media/3w1

Ralph Scholz und seine Kooperationspartner nehmen den Begriff „connect“ sehr ernst. So sind bei dieser Fachmesse Kompetenzträger aus den verschiedensten Bereichen mit von der Partie. Die Partner werden so auch mit anderen Teilbereichen verbunden. Die Fachmesse fungiert also als eine offene Plattform oder sogenannte Open Source. Durch die Innovationsplattform wird die Fachmesse optimal ergänzt. Dabei handelt es sich um eine Vermittlungsplattform, auf der Innovationen an 365 Tagen im Jahr abrufbar sind. Dabei können die Angebote auch im Jahresverlauf variabel gestaltet werden. Aussteller haben also eine bestimmte Anzahl an Präsenzen beziehungsweise ein definiertes Volumen zur Verfügung. Interessierte können die Infos dabei jederzeit ohne Zugangsbeschränkungen abrufen. Das ist sowohl für Anbieter als auch für Besucher komfortabel. So möchte FitnessConnected über das ganze Jahr hinweg ein Informationsmedium schaffen.

Die FitnessConnected unterstützt also die Fitnesswirtschaft dabei, sich zukunftsfähig aufzustellen, Player mit ähnlichen Zielen zu vernetzen, Synergien zu nutzen und Innovationen branchenübergreifend voranzutreiben. Und da sind die Bereiche Therapie und Rehabilitation enorm wichtig. Diese Synergien liefert vor allem der PhysioBIZZ-Kongress am Samstag, den 20.11.2021, den der Richard Pflaum Verlag organisiert.

Partnerschaft mit Pioniercharakter

Am anderen Ende dieser Verschmelzung steht die therapie LEIPZIG. Die führende Fachmesse für Therapie, medizinische Rehabilitation und Prävention hat eine enge Zusammenarbeit mit der neuen B2B-Fachmesse besiegelt. Diese Partnerschaft wird die gesundheitsorientierte Fitnesswirtschaft nachhaltig prägen. „Das ist ein wichtiger und richtungsweisender Schritt in eine Zukunft, in der physiotherapeutisches Fachpersonal und Fitnessstudio-Betreiber noch stärker zusammenarbeiten werden. Dass diese Zusage von einer solchen etablierten Fachmesse kommt, ist ein echter Vertrauensbeweis – und ein Ritterschlag für die FitnessConnected. Und die Fachbesucher dürfen sich über ein Highlight mehr freuen“, so Ralph Scholz.

Einen ersten Vorgeschmack auf die neue Partnerschaft gibt es vom 18. bis 20. November. Denn auf der Premiere der FitnessConnected in München wird ein erstes wichtiges Zeichen der zukunftsweisenden Kooperation gesetzt: Auf einer eigenen Sonderfläche wird es das „therapie LEIPZIG-Café“ geben: „Dies wird ein Meeting Point sein, wo sich physiotherapeutisches Fachpersonal mit Fitnessstudio-Betreibern intensiv austauschen kann, wo Synergien und Potenziale entdeckt werden und neue Ideen der Zusammenarbeit entstehen können“, erklärt Ralph Scholz. Die internationale neu gedachte B2B-Fachmesse vereint also interdisziplinären Austausch und kompaktes Know-how.

Therapie in München

Die neue Partnerschaft zeigt sich auf verschiedenen Plattformen: auf Sonderflächen der FitnessConnected 2021 sowie der therapie LEIPZIG 2022 und in Form der neuen Fachmesse therapie MÜNCHEN, die erstmals im nächsten Jahr parallel zur FitnessConnected vom 25. bis 27. November 2022 stattfinden soll. Mit der therapie MÜNCHEN ergänzt ein Neuzugang mit sportlichem Schwerpunkt die therapie-Familie. Nach der therapie LEIPZIG, therapie HAMBURG und der therapie DÜSSELDORF bringt die Leipziger Messe damit im Süden eine weitere Branchenplattform für Therapie und medizinische Rehabilitation an den Start.

Der Erfolg spricht für sich

Orientiert am erfolgreichen Konzept der therapie LEIPZIG, stehen die zertifizierte Fortbildung für Physio-, Ergo- und Sporttherapeuten sowie ein interaktives Messekonzept im Zentrum. Sportliche Synergieeffekte erwartet Birgit Mücklich, Projektdirektorin der vier therapie-Veranstaltungen an den Standorten Leipzig, Düsseldorf, Hamburg und München: „Wie wichtig ein aktiver Lebensstil, Sport und Bewegung für die Gesundheit sind, zeigt sich gerade infolge der Corona-Pandemie, wo dies teils vernachlässigt wurde. Deshalb ist die Kooperation mit der FitnessConnected für Therapeuten sehr spannend, denn von der Fitnessmesse können sie sich Anregungen für ihren Arbeitsalltag in Form von zusätzlichen Paxisangeboten mitnehmen. Andererseits orientiert sich die Fitnessbranche zunehmend auf den Gesundheitsmarkt und findet auf der therapie MÜNCHEN drei Tage lang neue Erkenntnisse und Lösungen.“

Praxisorientierte Synergien

Die zukünftige therapie MÜNCHEN zeichnet sich durch ein fundiertes fachliches Fortbildungsangebot und ein sehr praxisorientiertes Programm aus. Seine feste Zusage für die Zusammenarbeit hat bereits der Richard Pflaum Verlag gegeben. Der in München beheimatete Verlag trägt mit seiner Veranstaltungsreiche ptHOLIdays wesentlich zur fachlichen Gestaltung aller therapie-Veranstaltungen bei – so jetzt auch in München. Weitere Unterstützung hat bereits der Verband Physikalische Therapie (VPT), Landesgruppe Bayern, zugesagt.

Auf der nächsten therapie LEIPZIG, die im kommenden Jahr vom 24. bis 26. März stattfindet, wird wiederum die FitnessConnected eine Sonderfläche haben, auf der Innovationen aus der Fitnessbranche für Therapeuten präsentiert werden. „Für beide Partner ist diese neue Konstellation eine echte Win-Win-Situation, die im nächsten Jahr mit den parallel stattfindenden Fachmessen ein neues Level erreicht. Davon profitieren nicht nur die Fachbesucher und Aussteller, davon profitiert die gesamte Branche“, ist Ralph Scholz überzeugt. „Die neue Kooperation zwischen der etablierten therapie-Familie und dem Pionier FitnessConnected ist ein starker Beweis dafür, dass der gesundheitsorientierten, vernetzten Fitnesswirtschaft die Zukunft gehört.“

Birgit Mücklich und Ralph Scholz im Interview

Wie seid ihr beide professionell zusammengekommen?

RS: Agnes Hey hat die Initiative ins Laufen gebracht. Der Hintergrund war: Derzeit befindet sich der Fitnessmarkt in einem massiven Umbruch, weil das Thema Gesundheit dort, durch Corona nochmal beschleunigt, wahnsinnig an Bedeutung gewonnen hat. Insofern macht es natürlich Sinn, wenn man heute über mögliche Plattformen der Zukunft diskutiert, wo man diese beiden Bereiche, also gesundheitsorientierte Bewegungsangebote, sprich Physio-Gesundheitstraining und das klassische Fitnesstraining näher zusammenbringt. Auf Stufe 2 stellt sich die Frage: Macht es wirklich Sinn, etwas komplett Neues zu erfinden oder bringt man einfach die bereits vorhandenen Communities im Markt besser zusammen, um Synergien zu heben und Märkte weiter zu entwickeln? Auf Basis dieser Überlegungen ist es zu einem ersten Gespräch zwischen uns gekommen. Wir haben dann festgestellt: Es macht sowohl für die therapie LEIPZIG als auch für die FitnessConnected Sinn, diesen Markt zu entwickeln und so einen echten Mehrwert für Aussteller und Besucher zu schaffen.

BM: Ich habe mich sehr über den Anruf von Agnes Hey und die Kontaktaufnahme von Ralph gefreut. Denn das ist ein sehr aktuelles Thema, an dem unsere Aussteller sehr interessiert sind, weil dort neue Märkte erschlossen werden können. Es geht vor allem um die Hersteller, die eine Menge Geld investieren, um MDR-zertifizierte Geräte (Medical Device Regulation – die EU Medizinproduktverordnung) anbieten zu können. Das muss sich natürlich auch lohnen. Beispielsweise sind die Fitnessstudios, die sich jetzt im Hinblick auf medizinische Fitness neu orientieren, sehr spannend. Für uns ist die Abgrenzung von den reinen Fitnessthemen wichtig, deshalb passen wir an der Stelle gut zusammen. Die Schnittmenge, der gesundheitsorientierten Fitnessangebote verbindet uns. Mit Blick auf unsere Besucher spielt für Therapeuten der Ausbau des Selbstzahler-Bereichs eine wichtige Rolle. Diesbezüglich mit einem sehr guten Angebot an den Markt zu gehen ist für uns extrem spannend.

Warum ist diese Kooperation so wichtig für die Zukunft des Marktes?

RS: Ich glaube es ist sehr wichtig, die Kompetenzfelder des jeweils anderen zu nutzen. Wenn wir als Messeveranstalter unseren Kunden, sowohl Ausstellern als auch Fachbesuchern, einen echten Mehrwert bieten wollen, dann müssen wir unsere Kernkompetenzen einsetzen. Die therapie LEIPZIG hat seit Jahren das ganze Thema entwickelt und verfügt über ein profundes Verständnis dafür, wie der Markt betriebswirtschaftlich funktioniert. Wir wiederum kommen aus dem Fitnessbereich und kennen die Wertschöpfungsprodukte des Fitnessbereich sehr genau. Es ist wesentlich effizienter, wenn wir diese beiden Know-hows bündeln und gemeinsam diese Schnittstellenplattform schaffen und aufbauen. Außerdem wird das Silodenken aufgelöst, denn letztlich baut es aufeinander auf.

BM: Dem kann ich nur zustimmen. Im Prinzip trifft hier der erste Gesundheitsmarkt auf den zweiten Gesundheitsmarkt. Gerade die Pandemie hat gezeigt, dass eine Kombination der beiden das Nachhaltigste und Aussichtsreichste für die Akteure am Markt ist. Die Fitnessbranche besitzt Kompetenzen, die logischerweise bei unseren Therapeuten nicht so ausgeprägt sind. Sie können dementsprechend noch viel von ihnen lernen und ich denke, das beruht auch auf Gegenseitigkeit.

Was sind die Vorteile für die Aussteller?

RS: Er profitiert von der Kombination zweier Veranstaltungen. Das eine ist der reine Therapiemarkt, das andere ist der Lifestyle-Fitness-Markt – und dazwischen gibt es die gemeinsame Schnittmenge, die medizinische Fitness. Gleichzeitig können wir über diese strategische Kooperation auch völlig neue Märkte erschließen für die Aussteller. Ich denke da an das klassische Thema Seniorenheime. In welchen Seniorenheimen stehen heute wirklich Fitnessgeräte? Es gibt aber Fitnessgeräte, die dafür geeignet sind.

Wie sieht es mit der Anwendung in der Praxis aus?

RS: Fitness ist nicht nur „Lifestyle“, sondern zum Beispiel auch eine kommunale Aufgabe: W sieht Sport in Schulen aus, wie sieht Sport in Freizeitanlagen, in Parks aus usw.? Wir müssen es schaffen, dass Bewegungsangebote zur Grundversorgung der Menschen gehören. Das kann man nur über diese beiden Schienen: Einmal über die Fun-Schiene, aber eben auch über den klassischen therapeutischen Nutzen. Nur gemeinsam kann man so eine Strategie und Zielsetzung auch glaubwürdig transportieren.

Was sind die Herausforderungen und die Vorteile dieser Kooperation?

RS: Wenn man das ganze Thema mal zu Ende denkt, geht es natürlich nicht nur um Ausstattung und die verschiedenen Infrastrukturen der Institutionen, sondern es geht auch um die Qualifikation der Mitarbeiter. Auch hier haben wir noch eine sehr klare Trennung zwischen dem therapeutischen Ansatz und dem Fitnesstrainer. Das muss durchlässiger werden. Insofern sind wir alle gut beraten, wenn wir diese Bereiche bündeln. Die Kernaufgabe für uns als Veranstalter ist es, einen Bereich zu schaffen, in dem sich beide Parteien wohlfühlen. Deshalb war für uns als FitnessConnected von Anfang an klar, dass wir diesen Therapiebereich bzw. Physiobereich nur mit einem starken Partner mit hoher Glaubwürdigkeit und Kompetenz realisieren. So schaffen wir ein System, bei dem sich beide Seiten abgeholt fühlen, sich in ihrer Community wohlfühlen, aber auch gleichzeitig diese Vernetzung und Verbindung ermöglichen. So entstand im Endeffekt die Idee: Wir machen eine FitnessConnected in München, ab 2022 gibt es eine therapie MÜNCHEN und gleichzeitig ist der Plan, dass wir eine FitnessConnected-Sonderfläche auf der therapie LEIPZIG machen. Das ist ein Zukunftsmodell.

BM: Eigenständigkeit bewahren und dabei seine Kernkompetenzen ausspielen, aber gleichzeitig Offenheit zeigen und Synergien nutzen: das sind und werden die Herausforderungen unserer Zusammenarbeit. Ich würde gern noch die territoriale Sichtweise von uns als Veranstalter von therapie-Messen ergänzen. Nachdem sich die therapie LEIPZIG über 20 Jahre lang zur führenden nationalen Branchenmesse entwickelt hat, wurden wir von unseren Ausstellern dazu animiert, mit weiteren Veranstaltungen im Westen und Norden Deutschlands an den Markt zu gehen. So kam es, dass wir die therapie DÜSSELDORF und die therapie HAMBURG ins Leben gerufen haben, quasi als kleine Schwestern der therapie LEIPZIG. Als logische Konsequenz haben wir dabei auch auf den Süden geschaut, um den Therapeuten deutschlandweit ein Angebot unterbreiten zu können. Umso mehr haben wir uns über dieses Angebot gefreut. Mit der therapie MÜNCHEN weiten wir unser Konzept der regionalen Veranstaltungen aus und sind somit in der Lage, unseren Ausstellern den gesamtdeutschen Markt anzubieten.

Wie seid ihr an die Planung herangegangen?

RS: Wir haben viele Vorgespräche mit potenziellen Ausstellern geführt. Viele von ihnen haben gesagt, für sie ist der Sport- und Fitnessmarkt der Erschließungsmarkt für neue Produkte, weil die Fitness- und Sportbranche bzw. die Sportler bereit dazu sind, für Funktionsthemen auch mal Geld zu investieren. Für uns ist es aber eigentlich nur ein Markt, bei dem man eine neue Technologie einführen kann. Der eigentliche Interessenmarkt ist der Therapiemarkt, also der Gesundheitsmarkt. Klassisches Beispiel: Wenn man heute über intelligente Textilien spricht, wird als erstes gesagt: Das ist gut für den Sportmarkt, weil die Leute wissen wollen, wie sie körperlich auf ihre Fitnesstrainings reagieren und sind bereit dafür etwas zu bezahlen. Für den Anwendungsbereich im medizinischen Sektor muss es ein Massenprodukt sein – und dafür braucht es aber diesen Einstieg. Ich denke, dass wir damit auch ganz neue Aussteller-Potenziale respektive ganz neue zukunftsrelevante Themen auf die beiden Veranstaltungen bringen können.

BM: Wir planen, auf der therapie LEIPZIG im März 2022 eine Sonderschau zu diesen Themen umzusetzen. Sie trägt den Titel „Innovationen aus der Fitnessbranche“ und wird den Weg für die beschriebenen Neuentwicklungen über die Fitnessbranche in den medizinischen Sektor ebnen. Das ist für beide Seiten sehr vielversprechend.

Was ist der USP?

RS: Wir bieten erst den Fitnessmarkt und dann im zweiten Schritt den Therapiemarkt als Plattform und das hat funktioniert. Im Hintergrund haben wir ja auch noch eine ISPO. Somit können wir sagen: Wir bieten den Unternehmen eine Plattformkombination an, wo das Zentrum immer der menschliche Körper ist, in welcher Form auch immer, in unterschiedlichen Fitnessstadien. Über die B2B-Plattformen, die wir jetzt haben, ändert sich auch komplett der Zugang zum Fitness- und eben auch zum Gesundheitsmarkt -die Basis ist das Business dahinter. Es gibt nicht diese Lifestyle-Komponente, wo ich auch noch auf den Endverbraucher Rücksicht nehmen muss.

BM: Da kann ich die Sichtweise der medizinischen Gerätehersteller ergänzen. Auf der therapie MÜNCHEN werden sie ihre Kernzielgruppe, die Therapeuten treffen, aber eben auch interessierte Betreiber von Fitnessstudios, die gesundheitsorientiere Mitglieder mit therapeutischen Angeboten neu ansprechen wollen. Neue Zielgruppen, für die sie sonst auf zwei Veranstaltungen ausstellen müssten. Jetzt erreichen Sie mit einer Messepräsenz beide Berufszweige.

Also wieder weg von der Messe-Globalisierung?

RS: Der regionale Aspekt, den Birgit schon angesprochen hat, ist sehr wichtig. Wir müssen darüber diskutieren, wie Messen in Zukunft aussehen. Halten wir an globalen Messen fest, wo Besucher aus der ganzen Welt nach Deutschland anreisen oder werden eher regionale Messen die Lösung sein? Ich denke: Die Messeveranstalter müssen sich darauf einstellen, wieder mehr zum Kunden, zum Besucher, zukommen – und nicht umgekehrt. Nicht nur im Rahmen der Coronakrise, sondern auch unter Nachhaltigkeitskriterien.

BM: Das war auch die Ursache, weshalb wir uns für das regionale Konzept entschieden haben. Es gibt ca. 200.000 Physiotherapeuten in ganz Deutschland. Zur letzten therapie LEIPZIG 2019 haben wir ca. 17.000 davon nach Leipzig ziehen können. Zwar reisten sie aus ganz Deutschland an, aber den größten Anteil hatte Mitteldeutschland mit rund 60 Prozent der Besucher. Therapeuten sind im Alltag sehr eng eingespannt, arbeiten oft an den Grenzen ihrer Möglichkeiten. Deshalb können und wollen sie es ihren Patienten oft nicht zumuten, die Praxis einen ganzen Tag zu schließen. Eine Veranstaltung in ihrer Region, auf der sie Fortbildungsangebote nutzen und sich gleichzeitig Inspirationen holen können, nehmen sie deshalb dankbar an. Das hat sich bei unseren Veranstaltungen im Norden und Westen Deutschlands bereits bestätigt und das stimmt uns sehr zuversichtlich für den Süden.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Ralph Scholz, CEO FitnessConnected McFIT Global Group
Birgit Mücklich, Projektdirektorin der vier therapie-Veranstaltungen an den Standorten Leipzig, Düsseldorf, Hamburg und München therapie LEIPZIG

Das Interview führte Dr. Julia Röder.

Dieser Artikel ist erschienen in

shape UP Business 4/2021

Erschienen am 11. November 2021