Affiliate und Partner werden im englischen Sprachgebrauch synonym verwendet. Im Marketing hat sich der Begriff Affiliate für bestimmte webbasierte Kooperationsformen durchgesetzt. Vereinfacht gesagt besteht das Funktionsprinzip  darin, dass die Betreiber von Website A den Betreibern von Website B zahlende Kunden zuführen und dafür eine Provision erhalten.

Technisch ist der Ablauf wie folgt: Ein Kunde stößt auf der Website seines Unternehmens auf eine Werbebotschaft des Partners, klickt darauf und wird sodann zu dessen Online-Angebotsbereich weitergeleitet. Während man herkömmlicherweise für das Schalten der Werbebotschaft bezahlt wird, verdient man bei Affiliate-Programmen also an deren Erfolg. Denn es wird nur gezahlt, wenn eine zuvor definierte Zielhandlung erfolgt. 

Um Streuverluste zu minimieren, ist es grundsätzlich von Vorteil, dabei mit solchen Partnern zu kooperieren, die zur eigenen Online-Präsenz passen. Im Falle einer Studio-Website wird beispielsweise mehr Verkaufspower generiert, wenn das Warenangebot des Partners Fitnessrelevanz besitzt. 

Provisonsmodelle

Das Unternehmen, auf dessen Website sich die Anzeige befindet, wird in der Marketingsprache Publisher genannt; das Unternehmen, dessen Angebot empfohlen wird, trägt die Bezeichnung Advertiser oder Merchant.

Nun ist es gemeinhin so, dass der Merchant mehrere Affiliate-Partner hat. Beispiel: Ein Vertreiber von Sportnahrung wird seine Produkte zwecks Gewinnmaximierung auf den Seiten verschiedener Studios platzieren wollen. Damit nun kontrolliert werden kann, welche Reaktionen auf die Werbung eines bestimmten Publishers hin erfolgen, wird dieser mit individuellen Affiliate-Links ausgestattet. 

Um beim Sportnahrungsbeispiel zu bleiben: Was ist nun, wenn ein Kunde, der über die Studio-Website kommt, beim Erstbesuch einen Müsliriegel bestellt, zwei Wochen später aber direkt auf die Partnerseite geht und 20 Kilopakete Protein ordert?

Auch dafür ist in gewissem Rahmen gesorgt – durch an die Affiliate-Links angehefteten Cookies, die meist nach 30 bis 60 Tagen (sogenannte Tracking-Lifetime) gelöscht werden. Danach ist es dann mit der „Dankbarkeit“ vorbei.

Ein Ausstieg aus diesem Szenario bietet die Vergütungsform Lifetime-Provision. Hier erhält der Publisher nicht nur bei den ersten Transaktionen eine Ausschüttung, sondern auch bei sämtlichen Folgekäufen.

Bei den anderen Modellen mit Laufzeit-Cookies wird mehrheitlich zwischen drei Formen unterschieden:

Cost-per-Click (CPC): Hier erhält der Publisher für jeden Klick auf den Affiliate-Link seiner Website eine Vergütung. Das Risiko, ob daraus tatsächlich ein Geschäft wird, trägt der Merchant.

Cost-per-Lead (CPL): Hier wird der Publisher erst entlohnt, wenn Link-Nutzer sich outen, wobei die Angabe persönlicher Daten das gängigste Ziel darstellt.

Cost-per-Sale (CPS): Hier ist der Weg zu Provision der beschwerlichste, denn der Publisher wird für das Werben beziehungsweise Empfehlen nur bezahlt, wenn es beim Merchant tatsächlich zu Verkäufen kommt. Oft kommt dann eine prozentuale Beteiligung am Bestellwert zum Einsatz.

Studio als Publisher

Was kann ein Fitnessstudio tun, um sich als Publisher interessant zu machen? Voraussetzung Nummer eins ist eine Website mit relativ starkem Traffic. Um weitere Erfolgsbedingungen zu klären, lohnt sich beispielswese ein Blick auf die Affiliate-Argumentation von großen Fitness-Anbietern. Bei Fitness First heißt es beispielsweise, beinahe alles ließe sich realisieren – von der Werbeflächenbuchung bis zur strategischen Integration.

Zudem treffe man hier auf eine gehobene, überdurchschnittlich gebildete, kaufkräftige Klientel, die nur noch selten oder sehr kostspielig über klassische Werbemedien zu erreichen sei. Zudem richte sich die Zusammenarbeit nach Zielen, Budget und  Marketingkonzeption des Partners. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Mediadaten sowie Unterstützung bei der Entwicklung eines optimalen Kooperationsprogramms an.

Beispiele für fitnessnahe Unternehmen mit Affiliate-Partnerships

cutCarb

Das Unternehmen ist tätig im Umfeld der Low-Carb-Ernährung. Kunden erhalten einen vollständigen Ernährungsplan samt Einkaufsliste, Rezepte und Workout-Plänen. Dieser Anbieter ist sehr großzügig bei Tracking-Lifetime und Vergütung: 180 Tage Cookies sowie 35 Prozent Provision pro Sale; Infos: https://su.rpv.media/n2.

Foodspring

Hier handelt es sich um einen Anbieter von Sportnahrung mit Bio-Image. Gearbeitet wird mit 30 Tage-Cookies und nach Unternehmensangaben mit einem hohen durchschnittlichen Bestellwert. Die Provisionen liegen über normalem Website-Traffic bei zwölf Prozent des Bestellwerts für Neukunden und sechs Prozent bei Wiederholungskäufen. Coupon und Cashback: sechs Prozent für Neukunden und drei Prozent für Wiederholungskäufe; Infos: https://su.rpv.media/m-.

Zur Erklärung: Bei Cashback behält der Advertiser einen Teil der Provision ein und schüttet den restlichen Betrag an den jeweiligen Endkunden aus.

Intersport

Intersport ist eines der führenden Unternehmen im Handel mit Sportbekleidung und -artikeln, wobei auch Exklusivmarken das Portfolio schmücken. Geboten werden 30 Tage-Cookies und eine Provision von acht Prozent pro Sale. Das Unternehmen stellt als Besonderheit hohe durchschnittliche Warenkörbe von circa 100 Euro heraus; Infos: https://su.rpv.media/n0.

Runnerspoint

Das Unternehmen zählt zu den führenden deutschen Sportschuh-Fachhändlern. Gearbeitet wird mit 60 Tage-Cookies und Standardprovision von sechs Prozent des Bestellwerts. Ab zehn bestätigten Sales wird eine Premiumprovision in Höhe von acht Prozent des Bestellwerts ausgezahlt; Infos: https://su.rpv.media/n1

Club als Advertiser

Natürlich kommt Studios nicht zwangsläufig die Rolle des Publishers zu. Sie können auch als Advertiser auftreten und über Partnerseiten Mitgliederwerbung betreiben, wobei dann im Erfolgsfall die Provision fällig ist.

Bei inhabergeführten Anlagen ist das eher etwas für den regionalen Rahmen, bundesweit agierende Unternehmen werden verständlicherweise kaum Interesse daran zeigen, Werbung für ein Einzelstudio zu betreiben, es wäre auch aufgrund von Streuverlusten kaum zu rechtfertigen. Anders sieht es bei Studioketten aus, hier können auch deutschlandweite Kooperationen Sinn ergeben. Wer beispielsweise als Publisher von Fitness First agiert, erhält 15 Euro für jedes Neumitglied.

Auch Anbieter von Online-Fitness können bundesweit als Advertiser agieren. Zum Beispiel bietet Gymondo fünf Euro Vermittlungsprovision für jede Neuanmeldung. Sowohl fünf als auch die 15 Euro wirken angesichts des Gegenwerts relativ knausrig.

Quellen