Warum nicht mal in die Ferne schweifen und sich inspirieren lassen? Da findet sich so mancher Ansatz im Großen, der sich im Kleinen auch in der eigenen Anlage umsetzen lässt. Das Athletic Center in Costa Rica birgt Aktivität, Wellness und Shops inmitten der Natur – und bringt dort sowohl Einheimische als auch Ressort-Gäste zusammen. Das Sportzentrum ist angegliedert an das Surf-Hotel The Gilded Iguana.

Die Stadt Nosara liegt auf der Halbinsel Nicoya. Hier treffen die Berge der tropischen Küste Costa Ricas auf das Meer des Pazifiks. Am bekanntesten Strand der Region, Playa Guiones, liegt das Hotel The Gilded Iguana, übersetzt der vergoldete Leguan. Seit 1988 ist es ein Hot Spot für Surfer, die Wellen bieten das ganze Jahr über ideale Möglichkeiten für Wassersportler. Die Gegend ist geprägt von einer üppigen Natur und freilebenden Tieren, der Dschungel beherbergt Brüllaffen, Leguane und viele weitere Arten. Das Athletic Center entstand als Erweiterung des eigentlichen Hotels.

Sportanlage als Rückzugsort

Das etwa 615 Quadratmeter umfassende Sportzentrum wurde im November 2019 fertiggestellt und bildet nun das Herzstück der Anlage. Hier treffen sich Einheimische und Gäste, um eine aktive oder entspannte Auszeit zu nehmen. Die einmalige Lage zwischen Bergen, Dschungel und Meer bietet ideale Voraussetzungen, um ein weit gefächertes Programm anzubieten. Der besondere Umgang mit der Natur und der Fokus auf Nachhaltigkeit liefern Inspiration für alle, die diese authentische Verbindung auch in ihrem Studio schaffen möchten.

Das Architekturbüro Studio Saxe aus Costa Rica wurde bereits mit der Renovierung des Hotels beauftragt, die 2018 abgeschlossen werden konnte. Die Architekten übernahmen auch die Erweiterung des Komplexes durch das Athletic Center. Was vor ein paar Jahrzehnten als einfaches Strandhaus und Surfer-Spot begonnen hatte, entwickelte sich mit dem heutigen The Gilded Iguana Hotel zum Treffpunkt für Bewohner und Reisende, die alle eines verbindet – etwas für ihr eigenes Wohlbefinden zu tun, und das inmitten einer inspirierenden Landschaft.

Lebendig und transparent

Das Athletic Center sollte zur Natur hin geöffnet werden und eine deutliche Transparenz schaffen, um die Verbindung zwischen Mensch und Natur zu unterstützen. Dafür spielte die Bauweise eine vornehmliche Rolle. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit Ingenieuren für Statik und Elektromechanik entwickelt. Die Häuser basieren auf einer leichten Stahlkonstruktion, die außerhalb des Geländes vorgefertigt und vor Ort zusammengebaut wurde. Dieses modulare System ermöglichte einen sehr schonenden Umgang mit der Vegetation. Die Stahlrahmen wurden dann mit aufgeforstetem Teakholz verkleidet, so haben die Architekten moderne Bautechniken mit lokalen Materialien kombiniert.

Große Fensterflächen erlauben einen weiten Blick ins Grüne. Als Schutz vor Sonne und Hitze verfügen die Gebäude über lange Dachüberstände. Diese sind teilweise als Lamellen dargestellt, um den Einfall des Tageslichts zu regulieren. Die Dächer werden auch genutzt, um das Regenwasser für die Gebäudetechnik und zum Bewässern der Außenanlagen zu sammeln. Die Häuser und Dachlinien wurden nach bioklimatischen Erkenntnissen wie Sonnenstand oder Windmuster ausgerichtet, um den Energieverbrauch möglichst minimal zu halten.

Die Häuser sind durch Stege und Brücken miteinander verbundenAndres Garcia Lachner
Die Häuser sind durch Stege und Brücken miteinander verbunden

Fließender Übergang

Die offene Stahlkonstruktion schenkt den Innenräumen dank hoher Decken und einer umfangreichen Verglasung eine enorme Großzügigkeit, was jede Trainingssituation qualitativ aufwertet. Mit Holz verkleidete Decken und Träger spiegeln das Naturmaterial der Umgebung wider, die Panoramasicht zeigt ein breites Band aus üppig wachsenden Pflanzen. Das alles schafft eine entspannte Atmosphäre, die auf Komfort und Wohlbefinden der Nutzer ausgelegt ist.

Die Räume sind mit Sportböden ausgestattet, sodass sie sich für mehrere Unterrichtsformen eignen. Das Fitnessstudio verfügt über ein umfassendes Angebot moderner Geräte für Gruppenkurse und Personal Training. Der Waschraum erklärt auch sehr klar das Konzept der Architektur: Er ist offen gestaltet, anstelle von Trennwänden ist der Blick auf das Gelände durch eine luftige Lamellenstruktur möglich. Die vorrangig verwendeten Materialien sind Holz, Zementfliesen und ein langes, durchgehendes Waschbecken aus Beton, das zum Teil bepflanzt ist.

Der Waschraum ist luftig und offen angelegt; Holz und Beton herrschen vorAndres Garcia Lachner
Der Waschraum ist luftig und offen angelegt; Holz und Beton herrschen vor

Innovativ verbunden

Brücken und Stege vernetzen die einzelnen Gebäudeteile in den unterschiedlichen Ebenen miteinander, der Gast wandert zwischen Bäumen von Haus zu Haus und von Studio zu Studio. Pflanzen sind ein wichtiges und immer wiederkehrendes Gestaltungselement. Sie zeigen sich in Form der Bäume und als umfangreiches Grün, das die Wege säumt und die breiten Glasfronten in den dortigen Pflanzkübeln schmückt. Durch die auskragenden Dächer und Lamellenbauten sind die Laufflächen vor der Sonne geschützt. Bei Dunkelheit wird das künstliche Licht nur dezent eingesetzt.

Die Holzdächer sind indirekt beleuchtet, vereinzelte Lichtquellen am Boden setzen Palmen und Gewächse vorsichtig in Szene. Insgesamt bietet die stark naturbezogene Architektur ein entspanntes Stranddorf-Ambiente, das Raum lässt für den authentischen Charakter des Ortes. „Das Ergebnis ist eine Reihe von lichtdurchfluteten, raffiniert konstruierten Strukturen, die in einen Dialog mit der Vegetation treten und einen aktiven Lebensstil und die Konzentration auf das Wohlbefinden fördern“, fasst Architekt Benjamin Garcia Saxe, Gründer und Design-Direktor von Studio Saxe, zusammen.

Und ergänzt: „Das Gilded Iguana Hotel ist als harmonischer ‚Dialog‘ zwischen der tropischen Identität der Vergangenheit und einer neuen, abgeschwächten, unprätentiösen und zeitlosen tropischen Modernität konzipiert, die sich sanft in die Landschaft einfügt und die entspannte Stadtatmosphäre widerspiegelt, die die meisten bewahren möchten.“

Für ihn und sein Team soll sich Architektur auf möglichst umweltschonende und energiesparende Weise harmonisch in vorhandene Landschaften integrieren. Dabei ist ihnen besonders wichtig, die Identität eines Ortes zu respektieren. Das zeigt sich etwa in der Bauweise und den verwendeten Materialien. Sowohl das restaurierte Hotel als auch die neu angeschlossenen Gebäude, zu dem das Athletic Center zählt, entstanden aus diesem Konzept heraus.

Beim Trainieren scheinen sich die Grenzen zwischen drinnen und draußen aufzulösenAndres Garcia Lachner
Beim Trainieren scheinen sich die Grenzen zwischen drinnen und draußen aufzulösen

Die Natur als Vorbild

Die bestehende Umgebung rund um das Grundstück gab für Studio Saxe den Anstoß, eine maßgeschneiderte Lösung zu finden. Einen ganzen Gebäudekomplex aufzustellen, hätte bedeutet, viele Bäume fällen zu müssen. Gemeinsam mit den Eigentümern ging man bewusst einen anderen Weg. Sie bauten daher um die vorhandenen Bäume herum und stellten einzelne Häuser auf. Es entstand „ein kleines Dorf zwischen Baumwipfeln“, wie es das Studio beschreibt. Über Brücken und Wege sind die jeweiligen Bauten miteinander verbunden. Das vermittelt ein Gefühl von Offenheit und Weite und schafft die Basis für Austausch und Kommunikation. So wurde mit dem Athletic Center eine Art öffentlicher Raum geschaffen, der Menschen mit der Natur und auch miteinander verbindet.

Eine dezente Beleuchtung am Abend taucht die Anlage in ein sanftes LichtAndres Garcia Lachner
Eine dezente Beleuchtung am Abend taucht die Anlage in ein sanftes Licht

Alles unter einem Dach

Sport, Freizeit, Wellness, Shopping: All das kommt im Athletic Center ganz selbstverständlich zusammen. Es gibt einen Surf-Shop, einen Fahrradladen und mehrere Fitnessräume. Das Sportzentrum bietet Klassen für Yoga, Brasilianisches Jiu Jitsu, Boxen und Kickboxen. Zum Fitnessbereich gehören Kurse, funktionales Training, Kraft- und Zirkeltraining und Personal Training, hinzu kommen Karatekurse für Kinder.

Das Hotel befindet sich nur 200 Meter vom Strand. Surfer finden hier Schule, Shop und Club zentral an einem Ort und sind sofort am Strand. Ambitionierte Radfahrer können Mountainbikes leihen oder Touren buchen, die Küste Nosaras ist hügelig und perfekt geeignet für Ausflüge ins Gelände. Auch beim SPA zeigt sich die Verbundenheit zu den Wurzeln des Ortes. Es werden ausschließlich biologische Produkte aus dem eigenen Land für die Körperbehandlungen und Massagen verwendet.

Pflanzkübel führen das Grün der Umgebung an den Häusern weiterAndres Garcia Lachner
Pflanzkübel führen das Grün der Umgebung an den Häusern weiter

Surftipps

Hier findest du das Hotel und das Gym: https://su.rpv.media/t5

Die projekte von StudioSaxe kannst du hier entdecken: https://su.rpv.media/t4

Tipps für die Praxis

Gestalterische Verknüpfung zum Standort

Welche Aspekte bietet die heimische Umgebung, was lässt sich davon in die Inneneinrichtung übertragen? Materialien, Strukturen und Farben aus der Natur und der Architektur des Gebäudes lassen sich hier aufnehmen, z. B. bestimmte Holzsorten oder Werkstoffe wie Ziegel oder Beton.

Pflanzen als Wohlfühlfaktor

Pflanzen sorgen für ein besseres Raumklima und wirken beruhigend, sie bringen drinnen und draußen zusammen. Sowohl die Auswahl der Übertöpfe als auch der Pflanzen sollte einem Konzept folgen, sodass ein einheitliches Bild entsteht. Pflanzen lassen sich einsetzen, um Bereiche zu betonen, beispielsweise Loungeecke und Empfangstresen, oder um sanfte Übergänge zu schaffen, etwa durch große Pflanzkübel vom Außen- zum Innenbereich. Vorhandene Begrünungsflächen bieten sich auch an, um insektenfreundliche Blumenwiesen auszusähen (regionale Sorten beachten) oder um einen Kräutergarten anzulegen für hausgemachte Snacks oder Säfte.

Design-Übertöpfe aus Recycling-Kunststoff gibt es zum Beispiel hier: https://su.rpv.media/us

Regionales Netzwerk

Welche Kooperationen sind mit Anbietern vor Ort möglich? Welche Alleinstellungsmerkmale lassen sich dadurch herausarbeiten? Bäcker und Konditoreien können individuelle Riegel mit Studio-Logo liefern, Super Food kommt von Hofläden durch regionale Obstsnacks und vitaminreiche Säfte. Auch die Zusammenarbeit mit Kosmetikstudios oder Physiotherapiepraxen bietet sich an, um ganz individuelle Angebote zu entwickeln (spezielle Massagen, Pflegeprodukte der Region etc).

Flexible Sportböden

Böden mit vorbereiteten Markierungen machen es einfacher, verschiedene Trainingsmöglichkeiten anzubieten, zum Beispiel bei:
PaviFLEX, https://su.rpv.media/ut
PAVIGYM, https://su.rpv.media/uv