Eine veränderte Gesetzgebung beim Abschluss von Mitgliedschaften soll den Verbraucher vor langen Laufzeiten schützen. Für die Studios bedeutet das: Die Laufzeiten bei Vertragsabschlüssen werden auf maximal ein Jahr begrenzt, bei einer verpassten Kündigung darf sich der Vertrag höchstens um drei Monate verlängern.

2019 hatte die Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz Christine Lambrecht angekündigt, die gesetzliche Regelung von Laufzeiten für Handyverträge und Fitnessstudio-Mitgliedschaften zu überarbeiten. Diese dürfen nun nur noch eine maximale Laufzeit von einem Jahr aufweisen. Im neuen „Gesetz für faire Verbraucherverträge“ ist auch eine schärfere Regulierung automatischer Vertragsverlängerungen enthalten, die für Studios, aber auch Mitglieder nicht unproblematisch ist. Wird eine Kündigungsfrist verpasst, kann sich der Vertrag um höchstens drei Monate verlängern. 

Studios, die ihr Leistungsspektrum stärken möchten, gehen bei Neuinvestitionen nun ein höheres Risiko ein. Flexible und individuelle Vertragsmodelle hatten den Vorteil, dass man schneller und individueller reagieren konnte. Das bestätigen auch die Verbände wie der DSSV. Eine gesetzliche Regulierung von Laufzeiten und dem Angebot kurzfristiger Ausstiegsmöglichkeiten schränke die Planungssicherheit erheblich ein. Diese sei notwendig, um Preisstabilität zu garantieren und plötzliche Beitragserhöhungen zu verhindern. 

Für qualitätsorientierte Anbieter und innovative Anlagen, egal ob groß oder klein, bietet die Neuregulierung der Laufzeiten auch eine Chance: sich auf ihre Stärken bzw. USPs zu fokussieren – wie zum Beispiel intensive Mitgliederbetreuung, individuelle Studiokonzepte und kompetentes Trainerpersonal. Es wird noch stärker darum gehen, Kunden auf persönlicher Ebene anzusprechen und mit Qualität und Originalität zu überzeugen. Durch die Schaffung solch individueller Anreize werden sich Studios auch weiterhin auf die laufzeitenüberdauernde Treue der Trainierenden verlassen können.

Quelle

  1. Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen. Entwurf eines Gesetzes für faire Verbraucherverträge des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (Bearbeitungsstand 23.01.2020): https://su.rpv.media/x6; Zugriff am 15.05.2020