Ein Großteil der Saunakabinen weist eine zu hohe Formaldehydkonzentration auf. Das zeigte eine im Winter/ Frühjahr durchgeführte Messung in 100 öffentlichen Sauna-Einrichtungen. Hauptursache für die außerordentlich hohen Werte sind nicht – wie bisher angenommen – die sich zersetzenden hölzernen Baumaterialien der Saunakabinen. Vielmehr stehen die eingesetzten Aufgussmittel auf den heißen Oberflächen der Saunaöfen im Verdacht.

Aufgussmittel stehen unter Verdacht

Das gesundheitsorientierte Saunabad hat sich in den letzten Jahrzehnten einen festen Platz im Freizeit- und Wellnessverhalten der Bundesbürger erobert und zeigt unbestritten zahlreiche positive Gesundheitseffekte. Im diametralen Gegensatz zu diesen gesundheitsfördernden Effekten steht die Emission von gesundheitsschädlichen Aldehyden und Ketonen in Saunakabinen. Teilweise sind drastische Grenzwertüberschreitungen zu beobachten. Einen Aktualitätsbezug erlangt die Belastung von Saunakabinen mit Formaldehydemissionen derzeit im Großraum Frankfurt.  Im Rahmen von Kontrollen großer Saunabäder wiesen die Berufsgenossenschaften auf die Emission von Formaldehyd in Saunakabinen hin. Die Belastung der Saunakabinen resultiert zum einen aus der Emission von Formaldehyd aus den verbauten Holzwerkstoffen der Saunakabine (Grundbelastung aus Materialemissionen) und zum anderen aus der thermischen Zersetzung der verwendeten Aufgussmittel (Zusatzbelastung aus Pyrolyse). Welche dieser beiden Quellen die Verantwortung trägt, wurde bisher nicht eingehend untersucht. Erste Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass die Aufgussmittel für die Formaldehydbelastungen verantwortlich sind.