Unsere Seite nutzt Cookies, um Ihnen ein optimales Surferlebnis zu bieten: Diese und ähnliche Hinweise sind auf vielen Websites zu finden. Dass es sich dabei nicht um Kekse im kulinarischen Sinne handelt, ist den meisten Inhabern von Webseiten klar. Was aber steckt genau dahinter und wann sind Cookies datenschutzkonform?

Hinter der Wort Cookies verbergen sich kleine Textdateien, die eine Webseite auf einem Computer speichert. Sie sorgen unter anderem dafür, dass Nutzer möglichst bequem durch das Internet surfen: Wenn beispielsweise die Login-Daten der Lieblingswebseite immer schon automatisch in den entsprechenden Eingabefeldern stehen, stecken Cookies dahinter. Auf der anderen Seite können Cookies den Besitzern von Webseiten helfen, wertvolle Informationen zu gewinnen. Dabei geben sie etwa Auskunft darüber, welche Seiten eines Internetauftritts besonders gern besucht werden, oder schlüsseln auf, wie oft und wie lange Interessierte auf einer Webseite verweilen. Studioleiter können diese Daten nutzen, um ihre Webseite noch besser an die Interessen und Bedürfnisse ihrer Zielgruppe anzupassen. 

Generell werden zwei Formen von Cookies unterschieden: temporäre und dauerhafte. Temporäre Cookies heißen im Fachjargon auch Session Cookies. Sie funktionieren gewissermaßen wie das Kurzzeitgedächtnis eines Browsers – das heißt, sie bleiben nur so lange gespeichert, bis ein Internetnutzer sein Browserfenster wieder schließt. Im Gegensatz dazu werden dauerhafte Cookies über einen längeren Zeitraum gespeichert. So können sich Webseiten auch dann noch an ihre Besucher erinnern, wenn diese ihren Computer zwischenzeitlich ausgeschaltet haben. Nützlich ist das beispielsweise für Besitzer von Fitnessstudios, die auch einen Onlineshop betreiben: Hat ein Besucher des Shops bereits Produkte in seinen Warenkorb gelegt, aber noch nicht gleich gekauft, kann er seinen gefüllten Warenkorb bequem auch bei einem späteren Besuch wieder vorfinden. 

Wichtig für die Studios

Die Fitnessbranche boomt: 2019 waren rund 11,7 Millionen Menschen in Deutschland in einem Fitnessstudio angemeldet. Damit diese sich nicht nur in den Studios selbst wohlfühlen, sondern auch die zugehörigen Webseiten gern besuchen, helfen Cookies bei der Personalisierung: Große Fitnessstudios, die ihre Informationen in mehreren Sprachen zur Verfügung stellen, können zum Beispiel dafür sorgen, dass die bevorzugte Sprache eines Besuchers auf der Webseite gespeichert wird – so muss er sie nicht jedes Mal neu einstellen.

Gibt es die Möglichkeit, Termine für Sportkurse online zu buchen, können Cookies gesetzt werden, um die Felder zur Dateneingabe automatisch auszufüllen. Damit ist es nicht mehr nötig, Name, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer immer wieder einzutippen. Studios mit Onlineshop wiederum können ihren Mitgliedern persönliche Wunsch- oder Einkaufslisten ermöglichen. Oder sie präsentieren Produktvorschläge anhand vorher gekaufter Artikel. Insgesamt gibt es viele Möglichkeiten, Internetnutzern den Besuch auf der Webseite so angenehm wie möglich zu gestalten. 

Gleichzeitig profitieren auch die Webseiten-Besitzer von den kleinen Textdateien. Sie können Cookies setzen, um das Verhalten von Internetnutzern zu analysieren: Wer Fitnessbegeisterte über einen Blog mit Neuigkeiten aus der Branche versorgt, kann mithilfe von Cookies beispielsweise die Besucheranzahl im Blog herausfinden. Cookies verraten, welche Beiträge die Besucher besonders spannend finden und welche Themen eher uninteressant sind. So können künftige Themen und Beiträge besser geplant werden. Studiobesitzer können herausfinden, wie Internetnutzer auf ihre Webseite kommen: Geben sie die Adresse in den Browser ein? Kommen sie über Suchmaschinen oder Social-Media-Kanäle? Infos dieser Art können genutzt werden, um die eigene Strategie besser auf die Zielgruppen anzupassen.  

Wer braucht einen Cookie-Banner?

Ein Cookie-Banner ist der Hinweis, der einen Internetnutzer beim ersten Aufrufen einer Webseite informiert, dass die Seite Cookies verwendet. Ob die eigene Webseite einen solchen Banner benötigt, kommt auf die Art der Cookies an, die verwendet werden. Auf Cookies, die für den technischen Betrieb einer Webseite notwendig sind, muss nicht zwingend hingewiesen werden. Darunter fallen zum Beispiel Warenkorb-Cookies: Gäbe es sie nicht, wäre der Warenkorb an der Kasse beim Klick auf „Bezahlen“ wieder leer, da die Webseite die Aktivitäten des Internetnutzers nicht speichern könnte. Wird generell ein Cookie-Banner genutzt, schadet es aber nicht, hier auch auf die technischen Cookies hinzuweisen. 

Auf alle Cookies, die für den reibungslosen Betrieb einer Webseite nicht gebraucht werden, muss hingegen zwingend hingewiesen werden. Wollen Studioleiter also wissen, wie viele Besucher ihre Webseite hat, müssen die Besucher mit der Zählung einverstanden sein. Auch für sogenannte Drittanbieter-Cookies braucht es eine Zustimmung – darunter fallen zum Beispiel in die Seite eingebundene YouTube-Videos mit Fitnessübungen.

Wie sollte ein Cookie-Banner aussehen?

Einfach darauf hinweisen, dass eine Webseite Cookies verwendet und ihre Besucher anschließend auf „Ja“ oder „Ich stimme zu“ klicken zu lassen, ist nicht ausreichend. Besitzer von Webseiten müssen ihre Besucher detailliert über die verwendeten Dienste informieren – und sie müssen Internetnutzern die Möglichkeit geben, eine Webseite auch zu besuchen, wenn sie mit dem Setzen von Cookies nicht einverstanden sind. Prinzipiell sollten beim Gestalten eines Cookie-Banners folgende Punkte beachtet werden: 

  • Das Akzeptieren von Cookies ist freiwillig:Im Umkehrschluss heißt das, dass Internetnutzer auch dann eine Webseite besuchen dürfen, wenn sie dem Setzen von Cookies widersprechen.
  • Der Cookie-Banner muss an einem passenden Ort stehen: Oft werden Cookie-Banner ganz am Ende einer Webseite platziert. Das kann problematisch sein, weil sich dort meistens auch die Links zu Datenschutzerklärung und Impressum befinden. Diese müssen allerdings mit nur einem Klick erreichbar sein; sie dürfen also nicht von einem Banner überdeckt werden, da sonst mehrere Klicks nötig wären, um zu ihnen zu gelangen.
  • Der Cookie-Banner muss zum richtigen Zeitpunkt auftauchen:Das bedeutet, dass er sofort beim Aufrufen der Webseite erscheint. Solange der Besucher der Webseite keine Zustimmung gegeben hat, dürfen noch keine Daten übertragen werden.
  • Die Cookies müssen vollständig aufgezählt werden:Im Cookie-Banner sollte also genau stehen, welche Arten von Cookies eine Webseite verwenden will. Dabei ist eine Unterteilung in Kategorien möglich, die zum Beispiel wie folgt aussehen könnte: technisch notwendige Cookies – Analyse-Cookies – Cookies zu Werbezwecken etc.
Quelle: dotBERLIN GmbH & Co. KGdotBERLIN GmbH & Co. KG
Quelle: dotBERLIN GmbH & Co. KG

Die Zustimmung wird am besten via Opt-in-Verfahren eingeholt: Internetnutzer geben ihre Zustimmung zum Setzen von Cookies also, indem sie die entsprechenden Checkboxen anhaken. Pro Cookie bzw. Cookie-Kategorie sollte eine separate Checkbox vorhanden sein. Wichtig ist, dass der Haken lediglich bei den technisch notwendigen Cookies schon gesetzt sein darf. Durch Anklicken der übrigen Cookies kann der Besucher der Webseite anschließend selbst entscheiden, welche Cookies er akzeptiert.

Quelle

Statista. Mitgliederzahl der Fitnessstudios in Deutschland von 2003 bis 2019: su.rpv.media/mk