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shape UP Business 1/2022

Bei YouTube durchstarten

Was einen erfolgreichen Kanal ausmacht und warum er sich lohnt

Weltweit nutzen rund 2,3 Milliarden Menschen aktiv jeden Monat das Portal YouTube, das damit die größte Videoplattform ist. Direkt nach Google ist YouTube außerdem die zweitgrößte Suchmaschine weltweit. Denn im Unterschied zu anderen Plattformen, wo Nutzer nur Videos hochladen und teilen können, bietet die Videosuchmaschine die Möglichkeit, durch einen intelligenten Algorithmus passende Ergebnisse für ihre Suche in Videoform zu finden.

Andreas Karasek
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Sutipond Somnam / shutterstock.com

Neben Facebook gehört sie zudem zu den meistgenutzten Social-Media-Kanälen. Durch einen eigenen YouTube-Kanal oder auch die Schaltung von Werbeanzeigen können also zahlreiche Menschen erreicht werden. Laut Statista gaben etwa 93 Prozent der befragten 14- bis 19-Jährigen an, YouTube regelmäßig zu nutzen. Doch auch ältere Zielgruppen besuchen regelmäßig die Videoplattform. Das Portal stellt also keine einfache Unterhaltungsplattform für Teenager mehr dar, sondern bietet auch für Fitnessstudios eine ernst zu nehmende Möglichkeit, potenzielle Kunden zu erreichen.

Videos immer beliebter

Die Relevanz von Videoinhalten wächst seit Jahren, was nicht nur an der steigenden Anzahl der Nutzer liegt, sondern auch daran, dass Videocontent anderweitig nutzbar ist. So können kurze Clips in den Social-Media-Kanälen eingebunden werden, aber auch auf der eigenen Website sorgen sie für eine längere Verweildauer. Auch auf die Platzierung in der Suchmaschinenergebnisliste wirken sich Videoinhalte positiv aus. Dafür sorgen sogenannte Crawler, die beispielsweise über Hyperlinks anderer, bereits indexierter, Websites auf eine Seite gelangen, die Informationen vollständig auslesen und sie mithilfe von Algorithmen verschlagworten. Eine Mischung aus Text-, Bild- und Videocontent bewerten Crawler als positiv und verbessern daher die Position der Website in der Ergebnisliste der Suchmaschine, sodass potenzielle Kunden eher darauf stoßen.

Darüber hinaus kann das Gehirn Videos wesentlich besser verarbeiten als Texte, sodass sich auch komplexe Informationen auf anschauliche Art transportieren lassen. Daher werden sich wohl auch in Zukunft die Sehgewohnheiten weiter in Richtung Bewegtbild verändern – über alle Alters- und Gesellschaftsgrenzen hinweg. Videoinhalte stellen deshalb auch speziell für Trainer und Anbieter von Gesundheits- und Fitnessleistungen ein Muss dar. Gerade in diesem Bereich lässt sich ein Expertenstatus etablieren, der auch in einer wachsenden Kundenzahl gründen kann. Es können zum Beispiel Übungen vorgestellt werden, die ohne Komplikationen von den Nutzern zu Hause ausprobiert werden können, Tipps rund um das Thema Ernährung für Sportler oder aber ein Blick hinter die Kulissen gegeben werden. Ein YouTube-Kanal bietet die Chance, gleichzeitig zu informieren und mehr Aufmerksamkeit zu generieren.

Informativ und qualitativ

Bei YouTube handelt es sich um eine Art Empfehlungssuchmaschine. Zwar beginnt der Besuch auf der Plattform mit einer konkreten Suche, läuft jedoch dann oft über vorgeschlagene Videos weiter. Daher ist eine geeignete SEO-Strategie zwar wichtig, aber auch der Content entscheidet über das Ranking. Videos, die von Nutzern gern gesehen werden, empfiehlt auch die Plattform weiter.

Als wichtigsten Ranking-Faktor bewertet YouTube dabei die Watchtime. Damit ist die Anzahl der Aufrufe multipliziert mit der konsumierten Video-Zeit gemeint. Videos müssen aber keinesfalls so lang wie möglich sein, um diesen Wert zu erhöhen. Laut Experten ist eine Länge von etwa acht Minuten ideal.

Für eine möglichst geringe Absprungrate der Interessenten sollte eine angemessene Videoqualität inklusive gutem Ton selbstverständlich sein. Dafür ist nicht das teuerste Equipment nötig, denn bereits im unteren Preissegment finden sich gute Mikros und selbst einigermaßen aktuelle Handys nehmen gute Videos auf.

Ob ein User das Video interessant findet oder nicht, entscheidet sich in den ersten 15 Sekunden. Ein informativer Einstieg eignet sich daher besser, als sich direkt in langen Erklärungen zu verlieren. Außerdem lassen sich bis zu fünf klickbare Fenster, sogenannte Karten, im Laufe eines Videos hinzufügen, wobei sich jedoch besonders eines am Ende des Videos empfiehlt, um beispielsweise Interessierte auf die eigene Homepage weiterzuleiten. Unabhängig davon sollte der Protagonist des Videos die Nutzer am Ende auch zu einer Bewertung, einem Kommentar oder einem Abonnement auffordern, um die Interaktionsrate zu erhöhen.

SEO auf YouTube

Die Beliebtheit von Videocontent steigt und entsprechend hoch ist der Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Als umso wichtiger stellt sich damit eine zielgerichtete Strategie heraus. Da YouTube oft als Suchmaschine genutzt wird, lässt sich auch hier durch Suchmaschinenoptimierung Reichweite generieren. Allerdings gelten bei der Videoplattform andere Parameter als bei Google und Co. Beispielsweise muss bereits der Titel eines Videos sowohl elementare Keywords enthalten, als auch neugierig machen. Um von Nutzern gefunden zu werden, gilt auch eine interessante Kanalinfo als unerlässlich, die wichtige Fragen wie „Wer betreibt den Kanal und worum soll es gehen?“ oder „Wo befindet sich das Studio?“ klärt. Darüber hinaus gehört unter jedes Video eine informative Beschreibung, die bis zu 5.000 Zeichen lang sein darf. Allerdings werden nur die ersten 125 Zeichen in der Vorschau angezeigt, sodass wichtige Informationen direkt am Anfang stehen sollten. Sie enthalten nützliche Keywords, wie zum Beispiel „Studio“, „Crossfit“ oder „Rückentraining“. Besonders nützlich sind sogenannte Long-Tail-Keywords, mit denen sich die Suche verbessern lässt. Dabei werden mehrere Schlüsselwörter aneinandergereiht, zum Beispiel „Fitnessstudio Potsdam Crossfit“. Einen weiteren Faktor, der das Ranking beeinflusst, stellen Untertitel dar. Sie helfen nicht nur Menschen mit Hörproblemen, die Videos besser zu verstehen, sondern stecken auch voller nützlicher Keywords.

Werbung schalten

Auch die Schaltung von Werbeanzeigen ist möglich. Es besteht die Wahl zwischen Discovery Ads, die direkt in der Suchergebnisliste der Plattform oder als empfohlenes Video in der Seitenleiste erscheinen, oder In Stream Ads, die im Verlauf eines Videos ausgespielt werden. Wie bei anderen Werbeformaten hängt auch hier der Preis vom Format und dessen Länge ab. Kosten entstehen aber in der Regel nur, wenn Nutzer sich das Werbevideo tatsächlich ansehen oder damit interagieren. Kanalbetreiber können zwischen einem Tages- oder einem Gesamtbudget auswählen.

Für den Anfang bietet es sich an, ein Gesamtbudget festzulegen, da sich häufig erst mit der Zeit besser einschätzen lässt, welches Budget für eine einzelne Kampagne sinnvoll ist. Einen entscheidenden Faktor stellt die Zielgruppe dar. Sie sollte so genau wie möglich, aber so weit wie nötig gefasst sein. Es können hier beispielsweise Parameter wie Alter, Geschlecht, Interessen oder Einkommen ausgewählt werden. Auch der Wohnort kann relevant sein, wenn beispielsweise das Ziel verfolgt wird, mit YouTube-Werbung neue Kunden anzusprechen.

Wenn die Segmentierung allerdings zu detailliert ausfällt, besteht die Gefahr, dass Anzeigen nur sehr eingeschränkt oder gar nicht ausgespielt werden. Um die Ergebnisse zu optimieren, bietet YouTube ein Analyse-Tool an. Hier finden sich Informationen zu Klickrate oder zu welcher Uhrzeit die Interessenten am aktivsten sind, sodass sich daraus eine Erfolgsstrategie entwickeln lässt. Da im Alltag häufig die Zeit dafür fehlt, lassen sich auch externe Experten in diesem Bereich beauftragen.

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