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Management · shape UP Business 1/2021

Fitnessclub goes Podcast

Willst du deine Mitglieder nicht mit dem tausendsten Werbeflyer langweilen? Dann könnte ein eigener Fitness-Podcast das Richtige für dich sein. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt der Club "Josko fitness", der nach den ersten drei Monaten bereits über 10.000 Downloads vorweisen kann.

Sabine Mack

2018 war Clubbetreiber Tim Josko Gastredner bei einem Unternehmerpodcast: „Interessiert hatten mich Podcasts ja schon länger, es mangelte aber schlichtweg an der Zeit. Als ich dann selbst Gastredner war, wurde mir dann so richtig klar, wie groß das Potential speziell für unsere Branche und unsere Themen ist“, erinnert er sich. Leider standen zu diesem Zeitpunkt andere Themen oben auf der Prioritätenliste. So wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt. Dann kam Corona und damit genau der richtige Zeitpunkt, jetzt selbst loszulegen: „Die steigenden Bedürfnisse nach Unterstützung ohne direkten Kontakt, die zeitlichen Möglichkeiten durch die Clubschließung – aber auch der eigene Wunsch, in der schwierigen Zeit auch Chancen zu sehen: All das hat schließlich dazu geführt, dass wir das Thema jetzt konsequent angegangen sind“, so Josko.

Mittlerweile wurden 35 Folgen veröffentlicht und in drei Monaten über 10.000 Downloads erzielt. „Wir sind schlichtweg begeistert, dass unsere Mitglieder dieses zusätzliche Engagement so zu schätzen wissen“, bringt es Josko auf den Punkt.

Richtiges Werkzeug zur passenden Zeit

Der Podcast ist laut Josko „ein Tool, das zur gesellschaftlichen Entwicklung und den sich verändernden Bedürfnissen passt – vieles zu kombinieren und trotzdem den Hunger nach Wissen und Information zu stillen. So wie wir die Medien heute ganz anders nutzen, ist es keine Überraschung für mich, dass Podcasts so beliebt sind und in Zukunft mit Sicherheit noch weiter an Bedeutung gewinnen werden.“

Spricht man mit einem eigenen Podcast eher den bestehenden Kundenstamm an oder geht es um eine andere Form der Neukundengewinnung? „Sowohl als auch“, bringt es der Clubleiter auf den Punkt. „Die Menschen sind heutzutage über so viele Kanäle, in den unterschiedlichsten Situationen mit den verschiedensten Angeboten konfrontiert. Deswegen ist es so wichtig, dass man mit seinem Studio eine hohe Präsenz bei den Stammkunden sicherstellt und gleichzeitig Aufmerksamkeit erzeugt bei potenziellen Interessenten.“ Die Wege, über die Mitglieder heute in die Fitnessclubs kommen und auf das individuelle Angebot aufmerksam werden, sind heute nicht mehr so einfach nachzuvollziehen wie früher. Und im Regelfall erfolge der Abschluss eben gerade nicht beim ersten Kontakt. Genau deswegen sei eine möglichst breit aufgestellte Aufmerksamkeit der Schlüssel zum Erfolg: „Das lief früher primär über Anzeigen und Flyer, dann gab es eine deutliche Verlagerung hin zu Social Media – heute ist es ein bunter Strauß an Angeboten, über die wir uns nach außen darstellen können und müssen: kompetent und am Puls der Zeit, mit einem hohen Anspruch an Text, Video oder Bild − und jetzt eben auch über die Qualität unseres eigenen Podcast.“

Tim Josko mit Trainerin Fabienne bei der Podcast-Aufnahme josko Fitness

Mit Kompetenz punkten

Trainer und Coaches in den Fitnessclubs geben täglich in ihren unzähligen Mitgliedergesprächen viel Hintergrundwissen, positive Unterstützung und Motivation weiter. Sie verfügen über ein Praxiswissen, das perfekt ist für eine inhaltliche Aufbereitung als Podcast-Content.

„Diese Kompetenzen dürfen wir uns nicht nehmen lassen“, findet Josko. „Deswegen überlassen wir dieses spannende Thema auch auf keinen Fall sogenannten Fitness-Influencern“, findet Josko. Influencer hätten in erster Linie eine besserer Onlinepräsenz, aber leider nicht immer das bessere Gefühl und schon gar nicht das echte Know-how, das man braucht, um Menschen beim einem so wichtigen Thema wie Gesundheit zu unterstützen. Bei einem Influencer ziele alles eher auf ein jüngeres Publikum ab: von den Themen über das Wording bis hin zum eigenen Stil: „Hier gibt es natürlich auch Ausnahmen und viele unterschiedliche Podcastkanäle, von denen auch wir wiederum noch viel lernen können.“

Die wesentlichen Inhalte sind genau die Themen, die auch die Mitglieder im Tagesgeschäft am meisten interessieren: „Das, was man in der Clubpraxis am häufigsten gefragt wird und wo wir die Überzeugung haben, dass die Inhalte für den Hörer den größtmöglichen Nutzen bringen. Hier sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt“, ist Josko begeistert.

Der Podcast von „josko Fitness“ ist deswegen breit aufgestellt und konzentriert sich nicht, wie bei vielen Fitness-Influencern üblich, auf ein konkretes Thema, wie zum Beispiel Bodybuilding, Yoga oder Sportmode. Joskoerklärt das so: „Ein Unterschied zu vielen anderen Fitness-Podcasts ist, dass wir unterschiedliche Themen bedienen. Bei uns ist es eben eher wie auch im Tagesgeschäft – die Fragen und Themen, für die sich unsere Mitglieder interessieren, können ganz unterschiedlich sein und genau das nehmen wir im Podcast auf. Unser Kanal heißt „Fitness neu definiert“, weil wir einen allgemeinen, ganzheitlichen Ansatz haben. Bei einer Hörerin kann dann zum Beispiel das Thema Beckenboden sein, das sie sich anhören möchte, und für jemand anderen sind Inhalte wie Faszien oder Aktiv-Aging interessant. Jeder, der einen aktiven und gesundheitsorientierten Lebensstil anstrebt und vielleicht auch bereits in einem Fitnessclub trainiert, wird hier fündig.“

In den ersten drei Monaten hat es das Studio bereits auf über 10.000 Downloads gebracht. josko Fitness

Stehe hinter dem, was du tust

Qualität punktet auch hier: von der Planung über die technische Durchführung bis zur erfolgreichen Veröffentlichung. Dazu gehört für Josko auch ein Coverbild zu jedem Podcastthema, eine knackige Kurzbeschreibung des jeweiligen Podcasttitels, ein gut durchdachter Folgenablauf und immer wieder spannende neue Inhalte und Interviewgäste.

„Natürlich ist das ein neuer Kanal, in den man erst einmal investieren muss. Vor allem Zeit und Energie“, weiß Josko. „Der Nutzen ist es aber, wie ich finde, allemal wert und die Chancen, die sich daraus ergeben, sind es auch. Neben dem persönlichen Arbeiten mit dem Kunden und dem Ziel, Nähe zu schaffen, rücken die Chancen der Digitalisierung auch für uns Clubs immer mehr in den Fokus. Social Media, aber eben vor allem auch Podcasts, werden daher zu wichtigen Kommunikationskanäle. Hier hat man die Möglichkeit und die große Chance, sich vom Markt, den Mitbewerben und vielem anderen, was die Aufmerksamkeit der eigenen Kunden auf sich zieht, klar abzuheben.“

Die Zielgruppe für den Podcast von „josko Fitness“ sind in aller erster Linie die Mitglieder. Josko erklärt das so: „Alles, was wir tun, hat das Ziel, unsere Kunden immer wieder aufs Neue zu begeistern und ihnen stets neue Gründe zu geben, uns als Partner in ihrem Leben, als Bereicherung und als unverzichtbar anzusehen. Das schaffen wir mit unterwanderndem Nutzen, viel Kreativität einem engen, persönlichen Kontakt – und das gilt natürlich auch bei unserem Podcast.“

Tu Gutes und sprich darüber

Mit einem eigenen Podcast ist man auf allen gängigen Plattformen präsent und erzeugt so eine große Aufmerksamkeit. Das gilt auch über die eigene Region hinaus und ist somit eine interessante Form der Unternehmens- oder eigenen Personenpräsenz gegenüber neuen Kunden.

Bei „josko Fitness“ ist das Trainerteam als Experteninstanz stark vertreten. Sie begleiten die Hörer quasi nach Hause und unterstreichen die Kompetenz des Clubs durch ihr individuelles Engagement. Ein Selbstläufer, für den man dann nichts mehr tun muss, sind Podcasts aber nicht, so Josko: „Für den eigenen Podcast ist Werbung enorm wichtig. Unser Podcast hat in unseren eigenen Clubkanälen wie unserem Newsletter und auf Social Media einen festen Platz. Jede Folge wird angekündigt und das Thema diskutiert.“

Gleichzeitig ist der Podcast für Unternehmen eine tolle Möglichkeit, das eigene Netzwerk ins Spiel zu bringen: „Als Fitnessclub verfügen wir über ein Gesundheitsnetzwerk, bei dem Ärzte, Orthopäden und Heilpraktiker als Ansprechpartner für unsere Mitglieder zur Verfügung stehen. Außerdem setzen wir auf spezielle Coachingkonzepte, die unsere Mitglieder extra buchen können: Zu den Trainingszielen Abnehmen, Beckenboden, Rücken oder Figurtraining werden sie hier von unseren Spezialisten über sechs Wochen intensiv betreut. In unserem Podcast können wir diese Themen und Kompetenzen gezielt ausspielen. So haben wir nicht nur die Chance, von der Kompetenz unserer Partner zu profitieren, sondern können auch gezielt Produkte und Dienstleistungen anteasern, die wir gerade promoten wollen.“

Du musst nicht alles selbst können

Wer keine eigene Erfahrung mit dem Thema Podcast hat, dem rät Josko zur Zusammenarbeit mit einem professionellen Anbieter: „Theoretisch kann man auch alleine loslegen, aber so wie auch wir Profis in unserem Bereich sind und mit unserer Erfahrung Menschen sicher und mit Spaß zum Ziel bringen, können eben auch uns an dieser Stelle Experten helfen. Das macht es für den Anfang nicht ganz billig, dafür entstehen dann aber qualitativ hochwertige Inhalte, die man perfekt in Szene setzen kann. Bis die Abläufe stehen, müssen viele unterschiedliche Punkte hinterfragt und umgesetzt werden: von der Anmeldung auf einer der viele Hosting-Plattformen − auch hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten − bis hin zum richtigen Titel, dem passendes Bild, dem Erfüllen spezieller Kriterien von Spotify oder iTunes und vielem mehr.“ Im zweiten Schritt könne man dann überlegen, welche Arbeiten langfristig von einem selbst oder vom eigenen Team übernommen werden können.

Das „Josko fitness“ arbeitet beispielsweise mit den Experten von der RH Unternehmerwissen GmbH aus Hamburg zusammen, die sich auf das Thema professionelle Podcasts für Unternehmen spezialisiert haben.

Suftipps

Open-Access zum Spotify-Podcast „Fitness neu definiert“: su.rpv.media/2m5

RH Unternehmerwissen GmbH: su.rpv.media/2m6

Website des Studios: su.rpv.media/1we

Bericht über das „josko Fitness“: shapeup-business.de/artikel/think-outside-the-box/