rudolf warda
Perspektive · shape UP Business 4/2020

Think outside the box

Fitnessclubs haben sich seit den 80ern in Optik und Ausstattung komplett verändert. Herrschte früher der praktische Nutzen von Einrichtung und Gerätschaften vor, geht es heutzutage stylischer zu Werke. Das Beispiel der Clubs von „Josko fitness“ in Lörrach und Weil am Rhein zeigt, wie man den Spagat zwischen Ambiente und Praktikabilität nicht nur schafft, sondern meistert.

Andrea Mende und Sabine Mack

Für Tim Josko, der das Studio in zweiter Generation betreibt und seine Eltern, die „Josko fitness“ 1977 gegründet haben, kommen die Inspirationen nicht aus der eigenen Branche: „Ich würde ich mich schwer damit tun, nur einen weiteren, typischen Fitnessbetrieb zu führen“, erläutert Tim Josko. „Für uns steht der Dienstleistungsgedanke im Vordergrund und das mit einem hohen Anspruch auch an Ambiente und Design – nur eben im Bereich Fitness und Gesundheit. Deswegen orientieren wir uns zum Beispiel schon immer stark an der Hotellerie. Hier holen wir uns gerne Inspirationen für die Raumgestaltung, aber auch im Dienstleistungs- und Servicegedanken sind uns die dortigen Kollegen weit voraus.“

Dynamisch und individuell

Das „Josko fitness“ wurde im Laufe der Jahrzehnte an den unterschiedlichen Locations immer wieder optisch aufgewertet. Statt in mehrere Filialen zu expandieren, fließt unsere gesamte Energie schon immer in einen Standort. „Josko fitness, das sind die Menschen, die mit uns zusammen Tag für Tag etwas bewegen, die gemeinsam mit uns Ziele erreichen und ihre Erlebnisse teilen. Das sind unsere Mitglieder und unser Mitarbeiter – unser Team. Das soll sich eben auch optisch zeigen. Wir wollten einen Wow-Effekt schaffen, nicht nur schöne Räume,“ so Tim.

Mit einem eigenen Design gelingt es, Dynamik zu erzeugen und dem Interieur einen eigenen Stempel aufzudrücken. „Wir sind ein Familienbetrieb, als Inhaber sind wir vor Ort aktiv beteiligt – ich selbst gebe sechs Gruppenkurse in der Woche. Diese persönliche Präsenz wollen wir auch dadurch überbringen, dass wir auf eine einzigartige, nicht austauschbare Studio-Optik setzen. Einrichtung allein schafft das nicht – das wäre zu einfach. Die Liebe zu dem, was wir tun, können nicht einfach nur schöne gekaufte Objekte herüberbringen, sondern vielmehr sind es Details, Dekoration, und natürlich der authentische Umgang mit den Menschen, die unseren Club ausmachen. Das ist eine Verbindung, die untrennbar ist und für jeden spürbar, bewusst oder unterbewusst – Schönheit muss gelebt werden!“

Der grüne Gedanke zieht sich durch das ganze Studio. rudolf warda

Neue Wege gehen

Optisch spiegelt sich wieder, was auch wirtschaftlich hinter dem Studiokonzept steckt: „Wir gehen nicht danach, den größtmöglichen Gewinn in kürzestmöglicher Zeit zu erwirtschaften, sondern verfolgen einen langfristigen Ansatz. So haben wir beispielsweise Empfangstheke und Bar räumlich getrennt. In den meisten Studios gibt es nur eine Theke, das spart Personal. Bei uns gibt es einen wirklichen Empfang – optisch und spürbar.“

Die Individualisten von „Josko fitness“ eröffnen sich durch ihren eigenen Weg neue Möglichkeiten der Gestaltung und Kundenbetreuung. Das zieht sich durch den ganzen Club. Überall gibt es kleine Ecken, wo man die Natur von draußen nach drinnen holt. „Wir haben im Studio bewachsene Bilder mit Pflanzen, wie in der Galerie Lafayette in Paris. Wir arbeiten optisch viel mit Holz, das schafft Wärme. Und wir haben eine zusätzliche Sitzecke mit grüner Pflanzentapete gestaltet, denn wir wollen die Menschen zusammenbringen. Unsere Kunden sollen bei uns gemeinsam Zeit verbringen und das genießen – auch die Zeit um das Training herum.“

Das richtige Licht setzt diese Räume effektvoll in Szene. Überall im Club findet man daher sparsam eingesetzte, aber effektive Lichtquellen, von Kerzen bis Spotlights. Die Bäume, die sich auf dem Studio-Grundstück befinden, werden von unten sanft beleuchtet.

„Wofür unser Herz schlägt und was unsere Räumlichkeiten so besonders macht, das sind die Gemeinschaft – wir und unsere Mitglieder – und die Atmosphäre. Deswegen sind unsere Kunden so gerne hier bei uns und das macht uns natürlich auch ein kleines bisschen stolz. Es geht um Authentizität, in jeder Hinsicht“, bringt es Tim auf den Punkt.

Einfach eine Sitzecke zum Wohlfühlen: Auch das findet man hier. rudolf warda

Entspannt und inspiriert

Die Tapete, die dem Body-&-Soul-Raum ein ganz besonderes Ambiente verleiht, hat Josko im Internet gesucht und gefunden. Auch sie dient dazu, die Natur von draußen nach drinnen zu bringen. „Wir drehen hier einen Teil unserer eigenen Live-Videos. Viele unserer Kunden finden das besondere Design und das Ambiente großartig und bestätigen uns immer wieder, dass wir hier mehr geschaffen haben als „nur“ einen weiteren Raum im Studio.“ Die Mitglieder können sich die Josko-Tapete als Wallpaper fürs Handy holen – und die Erinnerung an die Entspannungseinheiten so direkt mit nach Hause nehmen.

Tim Josko ist ein großer Mexiko-Fan, vor allem die Halbinsel Yucatan (Tulum) begeistert ihn. „In meinem dortigen Lieblingshotel, dem beTulum findet man einen natürlichen Boho-Style ähnlich der Hippie-Optik, kombiniert mit höchster Dienstleistungsqualität und einmaliger Atmosphäre, so etwas begeistert und inspiriert. Viele Sportanlagen arbeiten auch heute noch primär mit Bildern der Aktivität, Frauen und Männer in Trainingsposen oder Ähnliches. Wir haben eben einen anderen Weg gewählt.“

Design kann auch entspannend sein. rudolf warda

Partner machen noch stärker

Die bewachsene Wand kommt von „Gefässerie“, die mit einem besonderen Wassertanksystem arbeiten, wodurch keine Leitungen verlegt werden müssen. Ein weiterer wichtiger Partner und Freund ist der Schreiner Kay Grabner von Grabnerdesign, mit dem Tim Josko die kompletten Holzarbeiten entworfen und umgesetzt hat: „Hier haben wir mit besonderen Raumtrennern nicht nur Bereiche abgetrennt, sondern auch Akustik-Filz und Akustik-Glas für das bestmögliche Raumgefühl integriert.“ Die großartigen Fotos, mit denen das Ausnahmestudio perfekt in Szene gesetzt wird, stammen von den Experten von Warda Fototechnik.

Ein besonderer Hingucker sind die bewachsenen Bilder. rudolf warda

Mutig voran

Wer sich heute gegen den wachsenden Druck der Mitbewerber durchsetzen möchte, braucht innere und äußere Werte, die sich von der Masse abheben: „Man muss sich auch optisch abgrenzen, denn über Geräte kann ich mich als Inhaber nicht mehr differenzieren,“ weiß Josko. Deswegen liegt den Joskos so viel daran, in ihrem Studio eine eigene Atmosphäre zu schaffen. „Wie wir unser Unternehmen führen, dass wir auch andere motivieren können, ihr Herz sprechen zu lassen. Studios sind heute mehr als reine Trainingsstätten. Wir bieten einen echten Rückzugsort – der dritte wichtige Ort im Leben unserer Kunden, neben Arbeit und Zuhause und drücken das durch die Räumlichkeiten und unseren Dienstleistungsgedanken täglich aus.“

Suftipps

www.josko-fitness.de

Instagram, Youtube und Facebook: @Joskofitness

www.fototechnik-warda.de