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shape UP Business 4/2019

Zurück zur Natur

Wenn wir an Fitness- oder Sportgeräte aus Holz denken, dann kommen uns meist klassische Sporthallengeräte in den Sinn, wie zum Beispiel der Sprungkasten oder die Langbank. In den letzten Jahren haben jedoch einige Hersteller den Weg zurück zur Natur gefunden und zahlreiche Produkte aus dem Therapie- und Fitnessbereich aus hochwertigem Naturmaterial entwickelt.

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Guas / shutterstock.com
Dr. Julia Röder

Warum Holz?

Holz ist nicht nur der nachhaltigste Baustoff der Welt, neben seiner Umweltbilanz hat er noch weitere Vorteile. Aufgrund seiner Härte, der Eigenwärme und der Hygiene ist Holz ein ideales Material für Sport- und Fitnessgeräte. Abhängig von der Holzart ist es trotz seiner Stabilität sehr flexibel. Seine antibakterielle Wirkung, die vor allem bei den extraktstoffreichen Hölzern der Kiefer, Eiche und Lärche zu beobachten ist, wird auf Inhaltsstoffe zurückgeführt, die für die Keimzahlreduktion verantwortlich sind. Durch seine hygroskope Wirkung trägt Holz zu einem positiven Raumklima bei. Es ist hautfreundlich und hat eine angenehme Haptik. Jedes Holz ist in seiner Struktur einzigartig. Genau so einmalig und hochwertig sehen dann auch die daraus entstehenden Produkte aus. Zur Reinigung reicht es aus, das Holz mit einem feuchten Tuch abzureiben.

Welches Holz?

Jede Holzart hat unterschiedliche Eigenschaften. Welches Holz für welche Geräte verwendet wird, hängt maßgeblich von deren Beanspruchung ab. Buchenholz ist sehr fest und stabil. Es wird überall dort verwendet, wo harte, widerstandsfähige Flächen benötigt werden. Ahorn ist zwar hart, aber auch flexibel. Darüber hinaus ist es nicht empfindlich gegenüber Wasser und dementsprechend gut für Geräte geeignet, die sich im Freien befinden. Birken- oder Fichtenholz hingegen ist sehr elastisch. Diese Holzarten eignen sich deshalb für Sportgeräte, die ein gewisses Maß an Flexibilität benötigen. Besonders formstabil und belastbar sind die sogenannten Multiplex-Platten. Sie bestehen aus quer zueinander verleimten Furnierschichten.

Geräte aus Holz

Im Grunde lässt sich jedes Sportgerät aus Holz herstellen. Die meisten klassischen Geräte, die wir aus den Turnhallen kennen, sind Sprungkästen, Sprossenwände, Langbänke, Turnringe und Barrenholme. Diese sind alle ausnahmslos aus Holz angefertigt. Aber auch im Bereich der Therapie wird zum großen Teil mit Sportgeräten und Werkzeugen aus Holz gearbeitet. Hier vor allem im Bereich der Reha und im Balancetraining. Im Fitnessbereich gibt es Yogaboards, Plyoboxen oder sogar Faszientools aus Holz. Auch im Klettersport nutzen viele Sportler Trainingshilfen, die aus dem Naturmaterial hergestellt sind. Gerade bei der therapeutischen Arbeit mit Kindern werden Produkte aus Holz gerne verwendet. Nachhaltige Studios liegen im Trend. Deshalb setzen immer mehr Betreiber auf hochwertige Holzgeräte, wie Ergometer, Rudermaschinen, Seilzüge und Oberkörpertrainer.

Seine Eigenschaften machen das Holz zu einem geeigneten Baustoff für Fitnessgeräte. Es lohnt sich also auch hier, auf nachhaltige Qualität zu achten, sein Studio dadurch aufzuwerten und sich von der breiten Masse abzuheben.

Gut zu Wissen

Keine Angst vor Spreißeln: Durch die bei der Herstellung verwendeten Abschleiftechniken werden die Oberflächen gleichmäßig glatt.

Gefahr von Holzwurm: eigentlich nicht vorhanden. Bei Befall hat sich verdünnte Essigessenz zur Bekämpfung bewährt.

Ein erneutes Lackieren oder Lasieren durch den Betreiber ist nicht erforderlich.

Die Patina, die sich nach Monaten selbst entwickelt, ist erwünscht und macht Gegenstände aus Holz so einzigartig.

Die mit der Zeit einhergehende Abdunklung von helleren Hölzern ist ein natürlicher Prozess.

Quellen

Wilms.com: https://www.wilms.com/Hygiene/presse/eigenschaften.htm

Norhrd.com: https://www.nohrd.com/de/

Kübler-Sport.de: https://www.kuebler-sport.de/blog/sport-und-fitnessgeraete-aus-holz-hochwertig-nachhaltig/