Ratgeber · shape UP Business 2/2019

Sonne und Haut

Hautfreundliches Sonnenbaden

Das Licht der Sonne stellt die Grundlage jeder Form von Leben auf der Erde dar. Und Sonnenbräune unter freiem Himmel oder von der Sonnenbank gehört für viele Menschen zur Lebensqualität. Entspannung, Wohlfühlen und nicht zuletzt auch eine gute Versorgung mit gesundheitsförderndem Vitamin D, mittels dosiertem UV-Licht, stehen jedoch im Widerspruch zur erhöhten Hautkrebsgefahr bei unsachgemäßer Nutzung der Sonne. In Belgien ist der Besuch eines Sonnenstudios oder Solariums per Gesetz geregelt. Darin steht, dass der Hauttyp vor Benutzung eines Solariums bestimmt werden muss. Dies kann in einer Arztpraxis oder im Sonnenstudio selbst erfolgen. Dabei kommen spezielle Hautsensoren zum Einsatz.

Solche Sensoren berechnen den aktuellen, individuellen UV-Eigenschutz und empfehlen die jeweilige Aufenthalts- beziehungsweise Verweildauer in der Sonne oder auf dem Solarium. Die UV-Hautempfindlichkeit ist stark abhängig von der Lichtschwiele, der Pigmentierung, der ethnischen Zugehörigkeit, von Hauterkrankungen, von Medikamenten oder auch Alkoholgenuss.

Der Sonnenbrand ist ein entzündlicher Prozess, der eine erhöhte Durchblutung hervorruft. Die Röte des Sonnenbrandes ist keine Farbe der Haut, sondern die Farbe des Blutes beziehungsweise das entzündliche Zeichen der Haut aufgrund vermehrter Durchblutung.

Funktion von Hautsensoren

Bei der Hautmessung mit Hautsensoren gibt es verschiedene Möglichkeiten. So wird beispielsweise mittels eines LED-Sensors UV-Licht auf die Haut gesendet. Dieses UV-Licht durchdringt mehrere Hautschichten. Bedingt durch Absorption und Reflektion wird die Restlichtmenge an die Empfängerdiode zurückgesandt. Aus verschiedenen Messpunkten und Messwerten wird elektronisch ein Mittelwert errechnet, aus dem dann die empfohlene Zeit für eine Besonnung, ohne Risiko eines Sonnenbrandes, bestimmt wird.

Gesundheitsbewusstsein

Das Gesundheitsbewusstsein in der Gesellschaft hat sich grundlegend verändert. Menschen verhalten sich zunehmend gesundheitsorientiert, um die Belastungen des Alltags zu bewältigen. In vielen Branchen kann man Reaktionen auf dieses bewusste Verhalten beobachten, zum Beispiel in Supermärkten mit BIO-Produkten, in der Fitnessbranche mit durchdachten Trainingskonzepten, bei Reise-Veranstaltern mit Wellness-Angeboten. Das Verlangen nach mehr Information und das bewusste Umgehen mit dem eigenen Körper hat inzwischen auch die Solarien erreicht.

Vitamin-D-Mangel

Aktuelle Studien (1) zeigen, dass in Deutschland rund 60 Prozent der Bevölkerung unter einem Vitamin D-Mangel leidet. Durch gezielte Besonnung mit UV-B-Licht wird in der Haut das Provitamin D produziert, welches dann im Körper zu Vitamin D3 umgewandelt wird.

Voraussetzung für die Bildung von Vitamin-D ist vor allem die Einstrahlung von UV-B-Licht auf die nackte Haut. Die biologische Wirkung von Sonnenlicht ist in der heutigen Gesellschaft verloren gegangen. Vitamin-D ist nicht nur wichtig für unsere Gesundheit und beim optimalen Knochenaufbau, sondern ein Mangel an Vitamin-D ist auch für die verschiedensten Erkrankungen mitverantwortlich, wie: Immunabwehrschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Osteoporose.

Wieviel Sonne braucht der Mensch?

Da die Sonne in einem besonderen Winkel zur Erde stehen muss, kommt nur im Sommer, etwa von April bis Oktober, das UV-B-Licht in unseren heimischen Breitengraden an – darüber sind sich führende Mediziner einig. Wer in dieser Zeit genügend Vitamin-D aufgenommen hat, kann im Winter noch über geraume Zeit von seinen natürlichen Speicherreserven des Sommers leben. Danach muss die Versorgung auf andere Weise erfolgen.

Wer keinen Weihnachtsurlaub unter der südlichen Sonne plant, zum Beispiel auf den Kanaren oder in der Karibik kann auch hierzulande etwas gegen den Vitamin-D-Mangel tun. Der Besuch eines gut geführten Sonnenstudios, nach den Regeln der UV-Schutzverordnung, kann die Produktion von Vitamin D unterstützen.

Quelle

Prof. Dr. Jörg Reichrath et al, Vitamin D – Update 2012. Seiten 51-55.102-115; Prof. Dr. Michael F. Holick, et al, Boston/USA, Schützendes Sonnenlicht 2005, Seiten 58-69.