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shape UP Business 2/2019

Der beliebteste Sportplatz der Deutschen

Die Fitnessbranche wächst. Du das gleich in mehreren Aspekten: die Mitgliederzahlen, die Standorte und die Umsätze konnten eine Zunahme verbuchen. Und auch für das kommende Jahr sind sich Unternehmensberatungen sicher: ein Ende des Wachstums ist noch nicht erreicht.

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Ungeschlagene Nummer 1

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Mitgliederzahlen um 4,5 Prozent gestiegen. Laut aktueller Datenlage waren vergangenes Jahr 11, 09 Millionen Menschen Mitglied in einem Studio. Im Vergleich zu den beliebtesten Sportarten in Deutschland liegt das Fitnesstraining mit großem Abstand auf Platz 1. Der Volkssport Fußball (Platz 2) verzeichnete 7,09 Vereinsmitglieder, der Turnverein landete mit 4,98 Millionen Mitgliedern auf Platz 3.

Die Geschlechterverteilung bei den Besuchern in einem Fitnessstudio ist relativ ausbalanciert. Laut Statista waren es im Jahr 2018 52 Prozent Männer und 48 Prozent Frauen. Davon gingen etwas mehr als 10 Millionen Männer (29 Prozent), und bei den Frauen immerhin 25 Prozent regelmäßig zum Training.

Ein Grund für das Wachstum ist das Präventionsgesetz. Die Bezuschussung der Kassen im Zuge der Gesundheitsförderung und Rehabilitation macht das Angebot eines Fitnessstudios noch attraktiver.

DSSV

Die Kasse klingelt

In der Gesamtmenge haben Fitnessstudios ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingefahren: Mit 5,33 Milliarden Euro ist ein Höchstwert erreicht. Schaut man allerdings genau hin, können vor allem Ketten und Mikrostudios jubeln. Der Umsatz von Studioketten wuchs von 1,93 Milliarden (2017) auf 2,03 Milliarden (2018). Mikrostudios legten von 0,43 Milliarden auf 0,47 Milliarden zu. Einzelstudios verzeichneten hingegen einen kleinen Rückgang: der Umsatz lag im Jahr 2017 noch bei 2,84, in 2018 betrug er 2,83 Milliarden Euro. Alexander Wulff vom Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheit-Anlagen (DSSV), sieht diese wachsende Tendenz bei Ketten und Mikrostudios. Dennoch sind Einzelstudios aber keinesfalls abzuschreiben. Ganz im Gegenteil: „Obwohl das Marktwachstum in den letzten Jahren weitgehend auf Ketten- und Mikrostudios zurückzuführen ist und Einzelanbieter dadurch von verschiedenen Seiten aus „unter Druck“ geraten sind, zeigen die stabilen Zahlen, dass Einzelstudios Konzepte und Strategien entwickelt haben, um sich erfolgreich zu positionieren“. Der DSSV habe gerade bei Einzelstudios in den vergangenen Jahren eine starke Professionalisierung beobachtet. Investitionen in „Hardware“ und vor allem auch in die Mitarbeiter und in zielgruppenorientierte Konzepte haben dazu geführt, dass die Anbieter für ihre Zielgruppen nach wie vor attraktiv sind und sich erfolgreich gegenüber Spezialangeboten und Discountern abgegrenzt haben, lobt Wulff das Verhalten der Unternehmer.

DSSV

Anzahl der Studios

Insgesamt standen im vergangenen Jahr 9 343 Anlagen zur Verfügung. Davon 300 Neu- oder Wiedereröffnungen. Gut die Hälfte waren Einzelbetriebe. Das überrascht, wo doch immer mehr Menschen in die Stadt ziehen und Einzelbetriebe eher im ländlichen Raum oder Speckgürtel einer Stadt zu finden sind. Alexander Wulff widerspricht: „Dennoch leben zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland in kleineren Städten (100.000 bis 2.000 Einwohner), die meist von Einzelbetreibern als Standort genutzt werden. Die in der Regel inhabergeführten Einzelstudios mit einer bis vier Anlagen zeigen sich als sehr robustes Marktsegment und bestätigen die Vorjahreswerte, sowohl in der Anzahl der Anlagen als auch bei der Mitgliederzahl“.

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Was bringt 2019

Der Branche geht es gut und das zeigt sich auch in der Investionsfreude wieder. Mehr als 85 Prozent möchten in diesem Jahr (weiter-) investieren. Neben Umbaumaßnahmen oder Eröffnungen stehen zwei weitere Punkte ganz oben auf der Agenda. Zum einen zählt die Mitarbeiteraus- und weiterbildungen zu den Kerninvestitionen. Einen weiteren erkennen Inhaber in der Zertifizierung gemäß DIN 33961.

Beides spiegelt die Zukunftsprognose für die Branche wieder. Durch die stetige Zunahme der Zivilisationserkrankungen und dem Mangel an medizinischen Fachkräften gewinnen zusätzliche Gesundheitsdienstleister an Relevanz. Durch eine Professionalisierung in Fitnessstudios wird heute die Grundlage für Morgen geschaffen. So zum Beispiel mit ausgeweiteten Kooperationen mit Kassen oder die Anerkennung durch öffentliche Behörden.

Quellen

Statista.de: Mitgliederzahl der Fitnessstudios in Deutschland von 2003 bis 2018, Größte Fitnessketten in Deutschland nach Anlagenanzahl, Umsatz der Fitnessbranche in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2018; Presseportal Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2019, DSSV

Dieser Artikel ist erschienen in

shape UP Business 2/2019

Erschienen am 21. Juni 2019